venerdì 27 gennaio 2017

Weniger Schule

Bei all diesen  schönen Kollegs oder auch Doktoratskasernen kommt mir manchmal der Gedanke, etwas weniger Schule überall wäre auch nicht schlecht. Wer hätte denn wem unablässig so furchtbar viel beizubringen? 

Unter den Grundschulen, die ich habe besuchen müssen oder dürfen, gab es noch eine dieser freundlichen Einrichtungen, die schon damals, verächtlich oder romantisierend? Zwergschulen genannt wurden. Es war in Rath bei Nörvenich, einem Dorf mit vielleicht 400 Einwohnern. 

Da saßen wir, alle neun Klassen, in einem Raum beieinander, und der Lehrer kümmerte sich jede Stunde etwa fünf Minuten um jede der Gruppen von zwei bis vier Personen, die jeweils einen Jahrgang bildeten. Das heißt, er erklärte oder korrigierte etwas, gab eine Aufgabe für die nächsten vierzig Minuten und ging weiter. Im Großen und Ganzen hatten wir unsere Ruhe. Wenn wir nur die Übungen zügig erledigten, blieb immer noch Zeit zum Nachdenken oder Malen oder Träumen, was doch eigentlich sehr bildungsfördernde Tätigkeiten sind. 

Um Punkt zwölf war alles vorbei. Hausaufgaben gab es nie und ich habe mich auch später nie an so etwas gewöhnen können. 

Es muss wirklich eines der letzten dieser Institute gewesen sein. Nach einem Jahr dort ging der Lehrer in Pension und wir wurden fünf Kilometer weiter in eine moderne Schule geschickt. Das war auch nett, aber unsere Lehrerin erwartete, dass wir uns unablässig um sie kümmerten.

Übrigens hatte ich zuvor ein halbes Jahr lang gar keine Schule besucht. Unsere neue Wohnung war noch nicht frei, die alte aber schon gekündigt: so kam es, dass ich im Sommer mit meiner Mutter auf den Bauernhof meiner Großmutter zog. Als die Sommerferien zu Ende waren, gingen meine Cousins und Cousinen wieder brav in ihre Schule. Ich nicht. Ich diskutierte mit dem Herrn, welcher damals nur "der Knecht" hieß, half beim Ausmisten und trieb abends die Kühe in den Stall. Ich lernte Trecker fahren (naja, beim Pflügen ...), erfuhr, dass man im Schweinekoben besser nicht läuft, staunte über die seltsamen Gebräuche der Jäger, erschrak über die lange Reihe toter Tiere, denen mit Hörnern ein Lied gespielt wurde. 

Weihnachten war ich immer noch auf dem Hof. Bald danach habe ich vermutlich meine Schullaufbahn wieder aufgenommen. Diese halbjährige Abwesenheit scheint mir aber danach in keiner Weise geschadet zu haben, weder in der Schule noch im Leben.  

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