mercoledì 8 marzo 2017

Bildungsfeldzug

Krieg hat ja mitunter so etwas Blutiges und Tilgendes und das ist nicht ausgesprochen schön. In der Bilderwelt universitärer Stellenanzeigen sieht das aber anders aus, denn da geht es mit großem Jagdhallalli in den nächsten Feldzug. 

Etwas unaussprechliche Partei, steht diesmal das BMBF dahinter. Zunächst schließt es einen Qualitätspakt. Gegen Schwund und Schmonz! Weg mit Schrott und Rümpel! Wir sind dabei. Statt Rütli, Qualität. 

Nun folgt nach kurzer herposaunter Sammlung die Qualitätsoffensive Lehrerbildung. Es wehen die Fahnen und blitzen die Waffen. Weg mit dem Feind, dem .. ehm? der? Unqualität? dem Qualitätsmangel? Dann wäre es keine Offensive, sondern mehr so etwas Mildtätiges? Unter- und Oberoffizier sehen sich ratlos an. Denn was heißt das überhaupt, Qualitätsoffensive? Die Qualität greift an? Aber die deutsche Qualität, also die gute? Wie in Qualitätswurst? Oder die lateinische Mutter qualitas, womöglich irgend eine? Wie in Qualitätsmanagement? 

Nu nu, das wichtigste ist doch, dass hier mal richtig aufgeräumt wird. Und schon reiten sie wieder. Reiten für Deutschland! dieses Motto bitte ich doch nächstes Mal freundlichst in Erwägung zu ziehen.

Hochschuldidaktiker nach Ostwestfalen-Lippe


Mir wurde auch von einem Geschichtsprofessor berichtet, den keiner der im Raum anwesenden Studenten verstand, da er zu leise sprach. Darum gebeten, doch die Stimme zu heben, entgegnete er, er halte eben den akademischen Ton, welchen er weiterhin nicht aufzugeben beabsichtige.

Heute müsste der Mann, und mit ihm alle hustenden und spuckenden und sabbernden Hegels und Schellings dieser Erde, die Hochschule Ostwestfalen-Lippe besuchen, an welcher zwar „Qualität durch Vielfalt“ garantiert wird, aber doch nicht so.

Die haben nämlich nicht nur ein Projekt „'OPTES' Optimierung der Selbststudienphase“ (schneller lesen, mehr begreifen). Bei denen wird auch „im Rahmen des Bund-Länder-Programms“, nicht etwa einfach so, „für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre“ was? Da wird „die Hochschule Ostwestfalen-Lippe ihre exzellente Lehre weiter ausbauen“.

Ausbauen“: Andere Verben haben sich da ja unter größerem Ellbogengehaue auf der Schwelle gedrängelt: „vergrößern“, aber einfach größer machen klingt nicht toll, oder „erweitern“, aber da fallen einem  Kanäle ein, wie bei vertiefen, und bei dergleichen denkt einer dann an alles Mögliche und das ist nicht unbedingt schön, oder an Team erweitern und das heißt ja einfach bloß, da kommt jetzt wer mehr dazu. Also „ausbauen“, wie der Onkel sein Häuschen, denn das Neue ist dann hintendran oder oben drauf oder auch innen anders, mit mehr.

Ganz bauhinsichtlich, was kommt nun rein, ins Lernzentrum Detmold? Ja ja, genau da, wo sich verständlicherweise der große Grabbe zu Tode gesoffen hat. „Eine Persönlichkeit“ (Tarif W2) suche man, steht da in einer Stellenanzeige, welche sich um „die Umsetzung der Projekte 'PraxiS OWLplus' - Praxisorientiertes und innovatives Studieren in Ostwestfalen-Lippe“ (ohne Hashtag) bemühe, wie das Persönlichkeiten eben so tun.

OWLplus suche einen Hochschuldidaktiker. Also was? Kurz gesagt: Kinder gehen in die Schule, wo sie auf Lehrer treffen, oder sujets supposès savoir, um das mal elegant einzuwerfen, welche ihrerseits eine Schule besucht haben, wo sie auf Lehrer zweiter Ordnung getroffen waren, welche nun ihrerseits hier, in OWL, ihren Lehrmeister hätten finden können. Welcher seinerseits, wenn wir das ganz romantisch weiter einschachteln, ja auch irgendwo seinen … oder lieber nicht? So ist alles wie im Traum. Da frisst dich was auf und du kommst nicht weg.