In den Niederlanden ist das Wirklichkeit geworden, was uns in den Siebzigern als Zukunft vorgezeichnet wurde. Die Natur ist beherrscht und stört nicht groß. Der gleichfalls ausgesperrte Spass an de' Freud, wie das dann ab Köln heißt, kommt gegebenenfalls durch Bier wieder rein, wenn es nur genug ist. Eindhoven sieht aus, als hätte ein Schlumpf Fritz Langs Metropolis nachgeträumt, so geordnet hochgezogen und straßen- und gleisüber- und durchschwungen ist es.
Die hiesige Menschheit bewegt sich mit dem Rad, das ist gut fürs Herz, nach all dem Fritteusenfraß, und für die Luft.
Da fährt einer morgens im Gegenwind los, trifft auf andere, bildet Pulks von Rädern, dringt vor in die Stadt und landet am Bahnhof, wo die umweltfreundlichen Bummelzüge Intercity heißen. Da bleibt das Rad stehen, eins von vielen, wie du einer bist, Teil einer Masse, welche recht holländisch da herumwartet.
Wer hier etwa etwas offenbar Unpraktisches wie Schönheit ersehnte, wünschte wohl einen plötzlich aufgerissenen Erd- oder Höllenschlund herbei, welcher diese Berge und Täler von abgestellten Rädern verschlänge. Derlei kommt aber wohl seit den Zeiten der Römischen Könige nicht mehr vor.
Nun haben wir Friedhöfe für Leichen und Krankenhäuser für Kranke, Tiefgaragen für Autos und immer etwas für alles, was andernfalls herumstehen oder -liegen würde und hässlich wäre, wenn es das täte. Was aber mit den Zweirädern? Kribbelnde krabbelnde Massen vielfarbigen Metalls vor allen Bahnhöfen. Wenn das, was da in den Niederlanden zu bestaunen wäre, unser aller Zukunft ist, dann doch lieber nicht.