venerdì 31 marzo 2017
Italienisches
Die saß da am Küchentisch und erklärte dem gerade aus Deutschland dort in Mailand eingetroffenen in allerreinstem Sprachdiplomsdeutsch (gibt es das noch?), sie, die Deutschen also, könnten so viel wunderbare Autos bauen, wie sie wollten, und so viel Geld machen, wie sie nur immer wünschten, "für uns bleibt ihr doch immer nur traurige Barbaren", sagte sie. Das war für unsereinen doch eindrucksvoll und lehrhaft.
Chef werden
Eine Fakultät oder Universität zu leiten ist nicht jedermanns Sache. Durchschnittliche Forsch- und Lehrpersonen drucksen, auf die Möglichkeit angesprochen, Dekan oder Rektor zu werden, unter Umständen ein wenig herum und müssen zum Beispiel ganz schnell zum Bus. Arbeit gibt es nämlich jede Menge, Zeit zum Nachdenken keine, auch muss einer da vielleicht immer wieder einmal dekorativ herumstehen oder, ohne sichtbar einzuschlafen, längeren Reden von seinesgleichen zuhören.
Diejenigen, die so etwas tun, sind daher aller Wahrscheinlichkeit Drängler und Selbstfeierer oder sonst menschlich einsichtgebende Gestalten. Ich habe da gerade zwei vor Augen. Der erste übt an einer italienischen Privatuniversität sein Amt aus und schreibt daher auch auf Englisch Dinge wie "Business and Philosophy Lab: arisen from the belief that at the present moment, when a new definition of the enterprises’ business models it is required, it is of great importance to redefine their way of thinking." Da schließt der Philosoph.
Der zweite, ebenfalls ein Philosoph, schreibt jede Woche einen Institutsblog, im Wesentlichen über sich selbst, auch wenn es um Weihnachten geht, wo Jesus brings joy.
"Perhaps my favourite version of the Biblical Christmas story is to be found in Dick Bruna’s book, Kerstmis". In diesem Kinderbuch ist Jesus schwarz. Die Erklärung, die Wüste drumrum sei eine Folge des Klimawandels, ist schon für die nächste Auflage vorgesehen. Es werde, obwohl "I have been a convinced atheist for a long time", ihn, schreibt der Chef, deeply move "every time I read the book aloud". Tja. Derselbe Rektor oder Dean findet am Verschieben des Universitätseingangs bemerkenswert, erstens "I could actually see the entrance from a genuinely public space", doch: "even more importantly: people on the street could see me enter the building". Doppeltja. Darum sind die Blogs oder Posts solcher Rektoren oder Presidi oder was auch stets von Fotos begleitet, ob in Italien oder in Flatlandia. Frontal, oder nur ein Stückchen Pickel rechte Wange, oder Schnäuzer von unten, manchmal auch nur ein Tisch auf Parkett, mit Buch dabei.
Diejenigen, die so etwas tun, sind daher aller Wahrscheinlichkeit Drängler und Selbstfeierer oder sonst menschlich einsichtgebende Gestalten. Ich habe da gerade zwei vor Augen. Der erste übt an einer italienischen Privatuniversität sein Amt aus und schreibt daher auch auf Englisch Dinge wie "Business and Philosophy Lab: arisen from the belief that at the present moment, when a new definition of the enterprises’ business models it is required, it is of great importance to redefine their way of thinking." Da schließt der Philosoph.
Der zweite, ebenfalls ein Philosoph, schreibt jede Woche einen Institutsblog, im Wesentlichen über sich selbst, auch wenn es um Weihnachten geht, wo Jesus brings joy.
"Perhaps my favourite version of the Biblical Christmas story is to be found in Dick Bruna’s book, Kerstmis". In diesem Kinderbuch ist Jesus schwarz. Die Erklärung, die Wüste drumrum sei eine Folge des Klimawandels, ist schon für die nächste Auflage vorgesehen. Es werde, obwohl "I have been a convinced atheist for a long time", ihn, schreibt der Chef, deeply move "every time I read the book aloud". Tja. Derselbe Rektor oder Dean findet am Verschieben des Universitätseingangs bemerkenswert, erstens "I could actually see the entrance from a genuinely public space", doch: "even more importantly: people on the street could see me enter the building". Doppeltja. Darum sind die Blogs oder Posts solcher Rektoren oder Presidi oder was auch stets von Fotos begleitet, ob in Italien oder in Flatlandia. Frontal, oder nur ein Stückchen Pickel rechte Wange, oder Schnäuzer von unten, manchmal auch nur ein Tisch auf Parkett, mit Buch dabei.
Diversity einladen!
An einer Weltexzellenzuniversität der Meeressäuger wäre etwa die Schildkröte der Dean oder Rektor und könnte, nur mal angenommen, eine Aufforderung wie die folgende aussprechen: "Let us invite the most diverse of guests"! Als Gäste kämen dann solche ganz Verschiedenen dahin, wo das andere der Verschiedenen auf sie wartete. Nennen wir es, dies andere: wir, "as scholars and scientists", sozusagen auf Seiten der Wahrheit, gleich gegenüber vom Verschiedenen.
In Italien gab es eine Zeit, da wurden Schwule als diversi angeredet, ich glaube, bis irgend wann Aldo Busi live explodierte und fragte: "Diverso da chi?"
Aber hier im Flachland geht es um Aufregenderes. "Let us invite climate change deniers". Die Toleranz könnte allerdings da doch bitte wirklich etwas zu weit gehen. Und "populist politicians"? Na! Endlich auch "fake news organizations". Liebe Lügenpresse, wollen Sie nicht einmal herkommen?
Zum Glück wüsste Schildkröte schon: "what they say is likely to be bullshit". Gott sei's gelobt.
In Italien gab es eine Zeit, da wurden Schwule als diversi angeredet, ich glaube, bis irgend wann Aldo Busi live explodierte und fragte: "Diverso da chi?"
Aber hier im Flachland geht es um Aufregenderes. "Let us invite climate change deniers". Die Toleranz könnte allerdings da doch bitte wirklich etwas zu weit gehen. Und "populist politicians"? Na! Endlich auch "fake news organizations". Liebe Lügenpresse, wollen Sie nicht einmal herkommen?
Zum Glück wüsste Schildkröte schon: "what they say is likely to be bullshit". Gott sei's gelobt.
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Mein Herz rast.
Wir wären da alle in einer Kurve drin, womöglich der vom Gauss (Oh Masse, Mittelmaß!)? Oberes Viertel, oberes Zehntel, Sechzehntel, hundertstel? Will sich da nicht eine Trunkenheit einstellen? so ein Schwindel?
Mein Herz rast.
Wir wären da alle in einer Kurve drin, womöglich der vom Gauss (Oh Masse, Mittelmaß!)? Oberes Viertel, oberes Zehntel, Sechzehntel, hundertstel? Will sich da nicht eine Trunkenheit einstellen? so ein Schwindel?
giovedì 30 marzo 2017
Plattes Glück
Wo es alles so weitsichtfreundlich platt ist wie hier am Meer, wo ich gerade mal arbeite, da saust es sich naturgemäß besser hinaus in die Zukunft.
Neulich dacht ich, ich bring den hiesigen Studenten, oder Exzellenzen oder Inkludierten oder wie immer, zwei Gedichte von Albert Verwey mit, so einem hiesigen Freund und Bewunderer von George von um 1930.
Etwas Einheimisches, schien mir. Doch ist das wohl eine Definitionsfrage. Einheimisch?
Im Raum herrschte Stille. Alt! Was das denn solle, war die Frage. Altes Niederländisch, das verstehe doch kein Mensch mehr.
Recht eigentlich uralt war mir das nicht erschienen. Aber für Exzellenzen ist es naturgemäß freundlicher, wenn denen keine Steine an den Füßen hängen. Dass sie daher auch nicht wissen, was 1968 los war (zaghaftst: "Etwas mit Vietnam?") oder in ganz fernen Zeiträumen, wie man das ja auch nennt, wie 1815 (selbstbewusstst: "Der Dreißigjährige Krieg!"), das gehört dann dazu, wenn man so pfeilschnellst in die Zukunft saust, wie die das tun.
Neulich dacht ich, ich bring den hiesigen Studenten, oder Exzellenzen oder Inkludierten oder wie immer, zwei Gedichte von Albert Verwey mit, so einem hiesigen Freund und Bewunderer von George von um 1930.
Etwas Einheimisches, schien mir. Doch ist das wohl eine Definitionsfrage. Einheimisch?
Im Raum herrschte Stille. Alt! Was das denn solle, war die Frage. Altes Niederländisch, das verstehe doch kein Mensch mehr.
Recht eigentlich uralt war mir das nicht erschienen. Aber für Exzellenzen ist es naturgemäß freundlicher, wenn denen keine Steine an den Füßen hängen. Dass sie daher auch nicht wissen, was 1968 los war (zaghaftst: "Etwas mit Vietnam?") oder in ganz fernen Zeiträumen, wie man das ja auch nennt, wie 1815 (selbstbewusstst: "Der Dreißigjährige Krieg!"), das gehört dann dazu, wenn man so pfeilschnellst in die Zukunft saust, wie die das tun.
sabato 25 marzo 2017
Altmodische Dinge. Lehrfreiheit
Italien, das Land der alten Kirchen und marmornen Fußböden und was die da sonst noch so haben an altem Zeug, hat auch eine Verfassung, in der steht:
L'arte e la scienza sono libere e libero ne è l'insegnamento.
Frei seien Wissenschaft und Kunst und frei deren Lehre.
Da darf dann tatsächlich niemand einfach so in die Klasse oder ins Seminar stolpern und selbst die Schuldirektorin oder die Rektorin muss sehr heimlich an der Tür lauschen, wenn sie wissen will, wie es so geht oder läuft oder lacht und springt.
In Deutschland haben wir so etwas auch, aber es kümmert uns nicht mehr so recht, denn erst kommen Ministerialprogramme, Schulratsbesuche, Evaluationen oder Kundenbefragungen oder was das sein möge und Programmabsprachen für die Austauschbarkeit der Kredite oder Schulden oder wie, vielleicht auch mal einer von irgend einer Kommission: "Guten Tag, Qualitätskontrolle!" Muss ja auch sein. Zur Zeit steht wohl auch im kleinsten Lehrvertrag noch etwas wie "Der Lehrende ist bei der Ausgestaltung des Unterrichts frei". Aber bald kommt das weg oder jedenfalls meinen die das gar nicht so. Bei mir kam da in Mannheim etwa mal eine Chefin in die Klasse und erklärte mir, ich solle die Sitzordnung ändern. Das sei ja nicht modern, so wie da alles stand und saß.
Die Niederländer sind auch hier schon weiter, denn deren Vrijheid van onderwijs garantiert jedem das Recht, seine Schule zu wählen oder notfalls eben eine zu gründen. In dieser darf er dann, jeder sein eigener Nebukadnezar oder Hoher Priester oder Gurkenkönig, überall alles nachschauen, einfordern und anhören. Der Lehrer? Nun.
So geht es vom freien Meister über den angestellten Handwerker zum Lehrangestellten. Europa schafft das schon.
venerdì 24 marzo 2017
Tümpelträume
In Esch bei Pesch bei Köln, wo ich auch einmal gewohnt habe, hinter Longerich, da gab es mitten im Dorf, gleich gegenüber dem Brachland, auf dem bald weitere Einfamilienhäuschen wachsen, oder eher, wo solche hingewürfelt würden, einen recht tief liegenden Tümpel, also in den reinfallen war zu vermeiden, von dem erzählt wurde, er sei Überbleibsel eines Rheinarms, welcher vor langer Zeit vom Hauptfluss bis dorthin gelangt habe, als unsere Verbindung zur Loreley und zum Schatz der Nibelungen.
Das Loch da hat man dann zugeschüttet und einen Parkplatz darauf angelegt. Die Träume schießen jetzt nicht mehr hier und da einfach auf und springen auch nicht.
Sie sind an den Hauptverkehrsweg gebunden, etwas wie einen großen Kanal.
Solche Hauptkanals- und Kontinentalerfolgsflussträume werden heute in Universitäten gepflegt und angefeuert. Manchmal werden sie auch wahr, und sind dann wahr, meistens eher nicht, und dann sind sie es nicht, und das ist, so viel ist klar, jedenfalls alles.
So ist das, wenn es nur immer geradeaus gehen soll.
Das Loch da hat man dann zugeschüttet und einen Parkplatz darauf angelegt. Die Träume schießen jetzt nicht mehr hier und da einfach auf und springen auch nicht.
Sie sind an den Hauptverkehrsweg gebunden, etwas wie einen großen Kanal.
Solche Hauptkanals- und Kontinentalerfolgsflussträume werden heute in Universitäten gepflegt und angefeuert. Manchmal werden sie auch wahr, und sind dann wahr, meistens eher nicht, und dann sind sie es nicht, und das ist, so viel ist klar, jedenfalls alles.
So ist das, wenn es nur immer geradeaus gehen soll.
giovedì 23 marzo 2017
Holländereien oder Italienisches
Wenn einer an eine italienische Universität eingeladen würde, um mitzuarbeiten, was einer dann auch fleißig täte, in der Hoffnung, nach einem Jahr oder dann eben zwein fest angestellt zu werden, nur um dann nach zwei Jahren zur Kenntnis nehmen zu müssen, dass er doch nicht der richtige sei für solch eine schwierige Sache wie das Unterrichten an solch einem Exzellenzinstitut, weil nämlich, gleichsam unter uns gesagt, eine gute Freundin der Abteilungschefin, zwar verhältnismäßig unqualifiziert sei, aber eben die Freundin, dann würden wir alle in die Hände klatschen vor so viel Italienischheit.
Nun könnten solche Dinge ja auch, nur mal angenommen, in den Niederlanden stattfinden, und das wäre sozusagen europäisch, oder nicht?
Nun könnten solche Dinge ja auch, nur mal angenommen, in den Niederlanden stattfinden, und das wäre sozusagen europäisch, oder nicht?
Vorteil des Gymnasiums
Aufs Gymnasium, das hieß oder bedeutete für mich oder für einen wie mich, denn da gibt es ja wohl mehr davon, welche sich nicht so für dasselbe interessieren wie, allem Anschein nach, die Mehrheit, was ich aber nicht genau weiß, nur annehmen kann, da manche Mutproben wollten und Fußball spielen, aber vielleicht doch nicht wirklich die Mehrheit, vor allem, dass es nun keine Schläge von jenen mehr gab, welche sich in der Grundschule durch meine oder andere, ähnliche Existenzen offenbar herausgefordert gefühlt hatten.
Die Wahl der Schule um zwei oder drei Jahre hinauszuschieben, wie es ja von verständigen Menschen vorgeschlagen wird, war mir daher immer ein wenig schrecklich vorgekommen.
Die Wahl der Schule um zwei oder drei Jahre hinauszuschieben, wie es ja von verständigen Menschen vorgeschlagen wird, war mir daher immer ein wenig schrecklich vorgekommen.
In Japan
Die freundlichen Beamten der tokyoter Untergrundbahn kannten genau vier englische Wörter, nämlich upstairs, downstairs, right und left, mit denen sie den Fremden erfolgreichst den Weg durch ihre Unterwelt wiesen. Da sollte man sich etwas abgucken, bei denen.
lunedì 20 marzo 2017
Aus alter Zeit: Flieg Schiller, flieg!
Wir stellen uns dann, wenn wieder irgendsoein Streber oder W2-Professor Dünnes ausgibt, gerne vor, früher sei das Niveau, wie meine Mutter das nennen würde, besser gewesen. Irrtum.
Einer meiner Lehrer hieß Walter Höllerer, Schriftsteller und Professor, und hielt nette Kurse zur Textinterpretation, wo er bahnbrechende Dinge bemerkte wie: "Der Heissenbüttel steckt einfach zu viel Theorie in seine Texte!" Lesen habe ich aber doch da gelernt. Jedenfalls ein bisschen. Einmal forderte er uns auch auf, etwas beizutragen oder zu sagen. Wir sollten nicht schüchtern sein oder arrogant, was vielleicht aber auch dasselbe sei. Bis heute finde ich diese Bemerkung ein wenig weise.
Derselbe Professor, dessen wichtigster Roman damit endet, dass der Ich-Erzähler ein Schiller-Denkmal in die Luft jagt, hielt auch, so war es angekündigt, eine Vorlesung über deutschsprachige Nachkriegsliteratur. Wie mir mehrere Studenten glaubwürdig versicherten, denn ich ging zu so was nicht hin, wiederholte er dort in drei Wochen dreimal hintereinander dieselbe Lektion. Darauf angesprochen, soll er erklärt haben, dass die Studenten sowieso nix verstünden.
Einer meiner Lehrer hieß Walter Höllerer, Schriftsteller und Professor, und hielt nette Kurse zur Textinterpretation, wo er bahnbrechende Dinge bemerkte wie: "Der Heissenbüttel steckt einfach zu viel Theorie in seine Texte!" Lesen habe ich aber doch da gelernt. Jedenfalls ein bisschen. Einmal forderte er uns auch auf, etwas beizutragen oder zu sagen. Wir sollten nicht schüchtern sein oder arrogant, was vielleicht aber auch dasselbe sei. Bis heute finde ich diese Bemerkung ein wenig weise.
Derselbe Professor, dessen wichtigster Roman damit endet, dass der Ich-Erzähler ein Schiller-Denkmal in die Luft jagt, hielt auch, so war es angekündigt, eine Vorlesung über deutschsprachige Nachkriegsliteratur. Wie mir mehrere Studenten glaubwürdig versicherten, denn ich ging zu so was nicht hin, wiederholte er dort in drei Wochen dreimal hintereinander dieselbe Lektion. Darauf angesprochen, soll er erklärt haben, dass die Studenten sowieso nix verstünden.
domenica 19 marzo 2017
Oh APA
Erfreulich fände ich es schon, wenn jemand zu den Ps von APA hinginge und ihnen erklärte, was eine Fußnote sei, duftende Sumpfblüte aller langweiligen Schreibensarbeit, und warum eine Quellenangabe wie Kant 1997 doof aussieht.
Ich kenne da eine Zeitschrift, die wollen für Autorennamen Großbuchstaben. KANT 1997. Kleine Soldaten, die durch den Text marschieren. Also gibt es da sogar ein APA so und ein APA so? Gewisserweise zwei APAs oder mehr? Die vermehrten sich?
Ich kenne da eine Zeitschrift, die wollen für Autorennamen Großbuchstaben. KANT 1997. Kleine Soldaten, die durch den Text marschieren. Also gibt es da sogar ein APA so und ein APA so? Gewisserweise zwei APAs oder mehr? Die vermehrten sich?
PR
Eine italienische Schlagersängerin, was ja durchschnittlich herzenserfreulicher sein könnte als etwa eine Youtuberin, namens Nina Zilli hat, so war in allen Zeitungen zu lesen, an einer teuren Mailänder Privatuniversität, Name mit vier Buchstaben, etwas wie Public Relations studiert.
Nach Studium und Abschlussarbeit, es muss etwas über junge Leute gewesen sein, befragt, habe sie, steht da, erklärt: "Praktisch ist das heiße Luft oder, wie ich das nenne, Stronzologie". Womit sich letzteres Fach beschäftige, erläutere ich jetzt nicht, freue mich nur ganz allein und füge noch an, der Rektor dieser Lehrer schlecht bezahlenden, zugleich teuren Universität soll Klage eingereicht haben.
sabato 18 marzo 2017
Zitieren
Warum wir nun, statt einfach den guten hundertjährigen Zitierregeln zu folgen, ausgerechnet den Nordamerikanern das Quellenangeben nachmachen, ist mir wunderbar. Warum nicht den Tasmanen?
Jetzt bleibt uns nur noch die Wahl zwischen APA, wo da P drin für Psychologe steht, und Chicago, was ja auch einbildungsanregend auf uns einwirken könnte.
Bei APA gibt es immerhin auch das &, wenn zwei Verfasser von etwas genannt werden sollen. Das ergibt nun firmengesichtig Möglichkeiten wie Lehmann & Sons, was, wissenschaftserzeugend gesehen, nicht ganz neue, aber immer viele Möglichkeiten eröffnet.
Jetzt bleibt uns nur noch die Wahl zwischen APA, wo da P drin für Psychologe steht, und Chicago, was ja auch einbildungsanregend auf uns einwirken könnte.
Bei APA gibt es immerhin auch das &, wenn zwei Verfasser von etwas genannt werden sollen. Das ergibt nun firmengesichtig Möglichkeiten wie Lehmann & Sons, was, wissenschaftserzeugend gesehen, nicht ganz neue, aber immer viele Möglichkeiten eröffnet.
Untergang
Das Wetter ist nicht freundlich. Wüste Wasser zerdrücken Deiche. Das Wasser steigt, der Himmel schaut düster drein. Das könnte ja das Ende sein. "Schon?" fragt der Gründungspräsident der europäischen Exzellenzinitiative die Innovationsmanagerin der Qualitätsoffensive. Schluchzt sie? Schneuzt er sich? Sie hatten sich doch noch so viel vorgenommen.
Der Sturm fegt. Jetzt kommt Feuer. Rauch, Dampf. Die Erde bebt.
Geschrei? Ergebung? Nein, einfach zu viel zu tun. Alles hastet, wühlt, kramt, läuft. Zu retten, was zu retten ist. Zeugnisse, Diplome, Titel. Der Herr wird sie lesen, der Herr wird sich freun. Nun der Reihe nach. Beste Noten zuerst. Halt! Was ist mit dem Ranking?
Nebel. Alle noch da. Da liegen sie, Blätter in der Hand. Bald wird vielleicht alles wieder grün sein.
Der Sturm fegt. Jetzt kommt Feuer. Rauch, Dampf. Die Erde bebt.
Geschrei? Ergebung? Nein, einfach zu viel zu tun. Alles hastet, wühlt, kramt, läuft. Zu retten, was zu retten ist. Zeugnisse, Diplome, Titel. Der Herr wird sie lesen, der Herr wird sich freun. Nun der Reihe nach. Beste Noten zuerst. Halt! Was ist mit dem Ranking?
Nebel. Alle noch da. Da liegen sie, Blätter in der Hand. Bald wird vielleicht alles wieder grün sein.
Teaching Philosophy
Wer sich in den States bewirbt, wird um eine ein- bis eineinhalbseitige Teaching Philosophy gebeten. Frisch am Werk, dachte ich mit der einen oder anderen Erklärung des Lehrerseins von Michel Serres zu beginnen, welche ich dessen lustigen Buch "Der Parasit" zu entnehmen vorhatte. Doch nein. Ohne Hilfe einer genaueren Erklärung war da wohl nicht viel zu machen. Das sollte ja nicht 20 Seiten umfassen.
Was früher als Betriebsanleitung unleserlich klein und mehrsprachig fehlerhumpelnd jedem Ding beigefaltet oder in Extrakästchen einbruchssicher nahegelegt war, suchen und finden wir heute auf Internetseiten.
Solch eine Teaching Philosophy, stand da, solle Schlüsselworte enthalten. Deren erstes war Inklusion, also der Gedanke, ein Seminar über die Kritik der reinen Vernunft sei so zu gestalten, dass weder Gehörlose und Schieler noch gar Vertrottelte und Schnarchköpfe auf dem Weg zum sicheren Weg verloren gingen. Dass da das Buch dabei vielleicht irgendwie wo liegen bleiben könne, ist da am Ende gar nicht wichtig.
Schlüsselwort zwei sei Exzellenz, las ich nun.
Ich habe dann da etwas geschrieben, aber genommen haben sie mich nicht.
Was früher als Betriebsanleitung unleserlich klein und mehrsprachig fehlerhumpelnd jedem Ding beigefaltet oder in Extrakästchen einbruchssicher nahegelegt war, suchen und finden wir heute auf Internetseiten.
Solch eine Teaching Philosophy, stand da, solle Schlüsselworte enthalten. Deren erstes war Inklusion, also der Gedanke, ein Seminar über die Kritik der reinen Vernunft sei so zu gestalten, dass weder Gehörlose und Schieler noch gar Vertrottelte und Schnarchköpfe auf dem Weg zum sicheren Weg verloren gingen. Dass da das Buch dabei vielleicht irgendwie wo liegen bleiben könne, ist da am Ende gar nicht wichtig.
Schlüsselwort zwei sei Exzellenz, las ich nun.
Ich habe dann da etwas geschrieben, aber genommen haben sie mich nicht.
Zauberkraft des Philosophiestudiums
Recht aufatmend durfte ich ja, einmal in Italien angekommen oder hingesiedelt, feststellen, dass man dort von Seiten auch städtischer Schulen und staatlicher Universitäten einem, welcher im Hauptfach Philosophie studiert hatte, ohne Bedenken oder Nervenzittern zutraute, deutsche Sprache und Literatur zu unterrichten. Solcher zauberhafter Übertragungskraft vertraute schon damals in Deutschland niemand mehr.
Es gibt ja auch Menschen da im Norden, die Deutsch als Fremdsprache eigens studieren, danach aber noch immer nicht besagtes Deutsch unterrichten dürfen, sondern außerdem erst eine ministerielle Bimf- oder Bams-Zulassung zu erwerben haben. So einfach ist das ja bekanntlich alles nicht.
Es gibt ja auch Menschen da im Norden, die Deutsch als Fremdsprache eigens studieren, danach aber noch immer nicht besagtes Deutsch unterrichten dürfen, sondern außerdem erst eine ministerielle Bimf- oder Bams-Zulassung zu erwerben haben. So einfach ist das ja bekanntlich alles nicht.
Voraussetzungen
Wollte mein alter Freund Maria Wutz sein seliges Auenthal verlassen und verfasste zu diesem Zwecke einmal nicht die Bücher, welche dann, wie man bei mir zu Hause sagt, im Regal zu stehen kommen, sondern Bewerbungsschreiben, welche in die Welt hinauszufliegen haben, hätte er, ob er sich als Distriktskanonikus oder Innovationsqualitätsoffensivenmanager bewürbe, seine Informatikkenntnisse zu erklären.
Es werden ja heutigentags Dinge verlangt wie die Beherrschung des Office-Pakets. Da wäre Wutz ganz furchtlos und erklärte, was gewünscht wird.
Wutzens Lebenslauf bestünde schließlich etwa in zwei Zeilen für seine Promotion (drei bis sieben Jahre), weiteren zwei für sein Magisterstudium (fünf Jahre) und einer Zeile für seine Office-Beherrschung (eine Woche). Gegebenenfalls wird er auch verkünden müssen, dass er Moodle-Erfahrung besitze (fünf Minuten).
Das verfertigte Schreiben würde Maria, stelle ich mir vor, beseligt lächelnd mit einem stillen Kopfnicken in den Umschlag stecken.
Es werden ja heutigentags Dinge verlangt wie die Beherrschung des Office-Pakets. Da wäre Wutz ganz furchtlos und erklärte, was gewünscht wird.
Wutzens Lebenslauf bestünde schließlich etwa in zwei Zeilen für seine Promotion (drei bis sieben Jahre), weiteren zwei für sein Magisterstudium (fünf Jahre) und einer Zeile für seine Office-Beherrschung (eine Woche). Gegebenenfalls wird er auch verkünden müssen, dass er Moodle-Erfahrung besitze (fünf Minuten).
Das verfertigte Schreiben würde Maria, stelle ich mir vor, beseligt lächelnd mit einem stillen Kopfnicken in den Umschlag stecken.
venerdì 17 marzo 2017
Mediale Reflexion
Da schreibt einer so was und wird nicht mal krank davon, soweit uns zu wissen gegeben ist, um das mal italienisch auszudrücken.
"Gesellschaftliche wie individuelle Anwendungspraxen digitaler Medien wie auch die Reflexion dieser Prozesse basieren auf zeichenbasierter, medialer Kommunikation".
Doppelt basiert hält besser, sagt ja auch der Mund des Volkes.
Anwendung wie Reflexion, welche wohl abseitswärts stattfände wie so ein Frühlingsregen, also irgendwie nicht-medial? aber basierend auf Medialem, wie? Da teilt ein Schmöck die Welt auf in Anwendungen, vermutlich Zwecke derselben, Medien und Reflexion und reißt am Ende so eines Satzes die Augen auf: es hängt ja doch, als medial, irgendwie alles zusammen!
Und nun? "Aus dieser Perspektive", so betrachtet, "bieten sich im Rahmen der technologischen Entwicklung", Computer und so, "auch neue Möglichkeiten, um Medienkompetenz herzustellen und abstrakte Sinnzusammenhänge begreifbar zu machen".
Da lacht das Ministerium und der Kulturrat klatscht sich glücklich aufs Bäuchlein. Medienkompetenz herstellen. Na klar, da geben wir Geld für.
"Gesellschaftliche wie individuelle Anwendungspraxen digitaler Medien wie auch die Reflexion dieser Prozesse basieren auf zeichenbasierter, medialer Kommunikation".
Doppelt basiert hält besser, sagt ja auch der Mund des Volkes.
Anwendung wie Reflexion, welche wohl abseitswärts stattfände wie so ein Frühlingsregen, also irgendwie nicht-medial? aber basierend auf Medialem, wie? Da teilt ein Schmöck die Welt auf in Anwendungen, vermutlich Zwecke derselben, Medien und Reflexion und reißt am Ende so eines Satzes die Augen auf: es hängt ja doch, als medial, irgendwie alles zusammen!
Und nun? "Aus dieser Perspektive", so betrachtet, "bieten sich im Rahmen der technologischen Entwicklung", Computer und so, "auch neue Möglichkeiten, um Medienkompetenz herzustellen und abstrakte Sinnzusammenhänge begreifbar zu machen".
Da lacht das Ministerium und der Kulturrat klatscht sich glücklich aufs Bäuchlein. Medienkompetenz herstellen. Na klar, da geben wir Geld für.
Student Evaluations oder Länderspiegel
Am Ende eines jeden Kurses geht ein Gespenst um, auch in Europa, das Gespenst der Evaluation. Ein jeder Student oder Kursteilnehmer soll Rede stehen, Antwort geben auf die Frage: "Wie war´s?"
Was mit den bei dieser Gelegenheit namenlos abgegebenen oder auch abgelassenen Bemerkungen geschehe, hängt vom Land der Veranstaltung ab.
In Italien etwa pflegen diese papiernen Zeugnisse einfach zu verschwinden. Die haben da ja Orte für solche Dinge, finstere Keller, modrige Grüfte, staubverwebte Archive. Anderwärts werden sie einfach dem Lehrer kommentarlos zugesandt. In Deutschland macht man da nicht viele Worte. Könnte auch sein, dass ganz böse Bewertungen irgend welche Folgen hätten. Man erzählt da so etwas. Recht glauben mag ich es nicht.
Wieder gibt es Orte, da findet sich der Kursleiter oder Lehrende, oder Professor oder was es sei, in kalten Räumen zauberischer Gebäude einem Preside oder Head of Department gegenüber, gegebenenfalls auch einem herrschsüchtigen Gnom oder wissensbeladenen krummen Hexenmeister und hat seinerseits Erklärungen abzugeben.
Was nun da erörtert werde, ist nicht bekannt. Vorschlagen würde ich für solche Fälle die Betrachtung der Herkunftsländer der Studenten.
Handelt es sich um Niederländer, wird die Durchschnittsbewertung in Punkten bis etwa 3,9 auf fünf vorstoßen. Der Rest ist Gemecker über Organisationsmängel. Hätte der Lehrende nicht gleich zu Beginn den Perfekttest vom 27. Dezember ankündigen können? Man komme da ja ganz durcheinander und könne die Sommerferien nicht recht genießen.
Italiener sind, wenn einer sie nicht geärgert hat, was sie si legano al dito, meistens freundlich, auch immer noch nicht recht daran gewöhnt, den Lehrer zu bewerten, und der Durchschnittswert dürfte bei 4,5 auf fünf liegen.
Am liebsten sind mir persönlich Koreaner und andere freundliche Menschen, oder Amerikaner, welche im Begeisterungsfall tatsächlich absolutely begeistert sind und da kommt einer ganz nah an fünf heran.
So viel für heute zum Interesse an Evaluationen. Früher nannte man so etwas Völkerkunde, heute gibt es neue Namen dafür, welche vermutlich Wörter enthalten wie World, Anthropology, Cultural und in gewissen Umständen auch per la comunicazione.
Nun wird da wieder jemand kommen und sagen, dies seien Stereotype. Das ist richtig. Er sollte aber bitte nicht behaupten, damit sei ein Argument ausgesprochen.
Hier war nicht von Klassen die Rede, also von Sätzen der Art "Alle x für die gilt, sie sind Deutsche, sind ..", sondern von Typen, nämlich das, was ich an andern je als soleherart dergestalt wahrnehme, und nur hoffen kann, das habe nicht Heidegger gesagt.
Mit Typen arbeitet unsere Wahrnehmung. Wenn ich im Zug über die italienische Grenze fahre und plötzlich alle Welt ins Telefon schreit, als traue da keiner der Wellenübertragung, dann freue ich mich dergestalt ganz außerordentlich über diese Südländer als solche.
Was mit den bei dieser Gelegenheit namenlos abgegebenen oder auch abgelassenen Bemerkungen geschehe, hängt vom Land der Veranstaltung ab.
In Italien etwa pflegen diese papiernen Zeugnisse einfach zu verschwinden. Die haben da ja Orte für solche Dinge, finstere Keller, modrige Grüfte, staubverwebte Archive. Anderwärts werden sie einfach dem Lehrer kommentarlos zugesandt. In Deutschland macht man da nicht viele Worte. Könnte auch sein, dass ganz böse Bewertungen irgend welche Folgen hätten. Man erzählt da so etwas. Recht glauben mag ich es nicht.
Wieder gibt es Orte, da findet sich der Kursleiter oder Lehrende, oder Professor oder was es sei, in kalten Räumen zauberischer Gebäude einem Preside oder Head of Department gegenüber, gegebenenfalls auch einem herrschsüchtigen Gnom oder wissensbeladenen krummen Hexenmeister und hat seinerseits Erklärungen abzugeben.
Was nun da erörtert werde, ist nicht bekannt. Vorschlagen würde ich für solche Fälle die Betrachtung der Herkunftsländer der Studenten.
Handelt es sich um Niederländer, wird die Durchschnittsbewertung in Punkten bis etwa 3,9 auf fünf vorstoßen. Der Rest ist Gemecker über Organisationsmängel. Hätte der Lehrende nicht gleich zu Beginn den Perfekttest vom 27. Dezember ankündigen können? Man komme da ja ganz durcheinander und könne die Sommerferien nicht recht genießen.
Italiener sind, wenn einer sie nicht geärgert hat, was sie si legano al dito, meistens freundlich, auch immer noch nicht recht daran gewöhnt, den Lehrer zu bewerten, und der Durchschnittswert dürfte bei 4,5 auf fünf liegen.
Am liebsten sind mir persönlich Koreaner und andere freundliche Menschen, oder Amerikaner, welche im Begeisterungsfall tatsächlich absolutely begeistert sind und da kommt einer ganz nah an fünf heran.
So viel für heute zum Interesse an Evaluationen. Früher nannte man so etwas Völkerkunde, heute gibt es neue Namen dafür, welche vermutlich Wörter enthalten wie World, Anthropology, Cultural und in gewissen Umständen auch per la comunicazione.
Nun wird da wieder jemand kommen und sagen, dies seien Stereotype. Das ist richtig. Er sollte aber bitte nicht behaupten, damit sei ein Argument ausgesprochen.
Hier war nicht von Klassen die Rede, also von Sätzen der Art "Alle x für die gilt, sie sind Deutsche, sind ..", sondern von Typen, nämlich das, was ich an andern je als soleherart dergestalt wahrnehme, und nur hoffen kann, das habe nicht Heidegger gesagt.
Mit Typen arbeitet unsere Wahrnehmung. Wenn ich im Zug über die italienische Grenze fahre und plötzlich alle Welt ins Telefon schreit, als traue da keiner der Wellenübertragung, dann freue ich mich dergestalt ganz außerordentlich über diese Südländer als solche.
mercoledì 15 marzo 2017
Maulfaul, eine niederländische Worterklärung
Befänden wir uns etwa in Rosendaal, was schon ziemlich nah am Ende der Welt ist, aber noch nicht ganz, denn da kommt noch Zeeland, und fragten wir einen der kolossalen Auskunftsbeamten nach dem Zug, welcher uns nach Schiphol brächte, zum wunderbarsten Flughafen Europas immerhin, würde der etwas antworten wie "Zug nach Amsterdam Centraal nehmen". Verwundert könnten wir wohl nachfragen, da der genannte Zug durchaus nicht in Schiphol hält, seit einigen Monaten nicht mehr, ob wir dann nicht umsteigen müssten. Der Bahnbeamte würde darauf entgegnen: "Ja, In Leiden." Was nicht ganz vollständig ist, denn wer in Rotterdam umstiege, wäre unter Umständen schneller. Was der Beamte, auf Gegenfrage, auch zugeben würde. "Kostet aber extra".
Umgekehrt kann, wer in Schiphol nach der Verbindung nach Vlissingen fragt, wahrheitsgemäß die Auskunft bekommen, dass es in Rotterdam Schwierigkeiten gebe. Dass es in der Nacht in Rosendaal gebrannt habe und daher da kein Zug durchkomme, wird der Auskunftgebnede alledings verschweigen, weil das zwei Sätze zu viel erforderte.
Umgekehrt kann, wer in Schiphol nach der Verbindung nach Vlissingen fragt, wahrheitsgemäß die Auskunft bekommen, dass es in Rotterdam Schwierigkeiten gebe. Dass es in der Nacht in Rosendaal gebrannt habe und daher da kein Zug durchkomme, wird der Auskunftgebnede alledings verschweigen, weil das zwei Sätze zu viel erforderte.
Glücklich sein sagen
Journalisten sind auf der Welt, um für Geld Dinge so durcheinander zu bringen, dass die Welt sich über sich selbst wundert. Da freuen sich vielleicht alle und es ist ein fröhliches Weiterschreiben.
Wenn ich in verschiedenen Ländern Leute frage, ob sie glücklich seien, dann weiß ich am Ende meiner Umfrage, was Leute auf so eine Frage antworten.
Das kann man, ohne besserwisserisch scheinen zu wollen, auch ohne kostenspielige Entsendung von Befragern wissen. Ich wüsste etwa, dass ein Norddeutscher auf besagte Frage "Geht so" antworten würde, ein Italiener etwas wie "insomma". Ein Niederländer würde garantiert meckern über irgend etwas. Neu könnte allerdings sein, dass Dänen offenbar bejahende Antworten erteilen. Richtig glücklich sehen die zwar, wenn ich mich richtig an meinen Aufenthalt in Kopenhagen erinnere, immerhin der Geburtsstadt des fabelhaftesten Denkers des neunzehnten Jahrhunderts, was aber da allen ganz wurst ist, nicht aus, oder eben erst nach 18 Uhr, weil sie dann besoffen sind. Aber darum geht es eben auch gar nicht.
Wenn ich in verschiedenen Ländern Leute frage, ob sie glücklich seien, dann weiß ich am Ende meiner Umfrage, was Leute auf so eine Frage antworten.
Das kann man, ohne besserwisserisch scheinen zu wollen, auch ohne kostenspielige Entsendung von Befragern wissen. Ich wüsste etwa, dass ein Norddeutscher auf besagte Frage "Geht so" antworten würde, ein Italiener etwas wie "insomma". Ein Niederländer würde garantiert meckern über irgend etwas. Neu könnte allerdings sein, dass Dänen offenbar bejahende Antworten erteilen. Richtig glücklich sehen die zwar, wenn ich mich richtig an meinen Aufenthalt in Kopenhagen erinnere, immerhin der Geburtsstadt des fabelhaftesten Denkers des neunzehnten Jahrhunderts, was aber da allen ganz wurst ist, nicht aus, oder eben erst nach 18 Uhr, weil sie dann besoffen sind. Aber darum geht es eben auch gar nicht.
Familienbetrieb
Richtung Rho, gleich hinter dem Mailänder Stadtwald, stand da in der Abenddämmerung eine Mutter mit ihrer geschätzt fünfzehnjährigen Tochter am Straßenrand und zog sie aus. Stolz und zärtlich, so schien es im Licht der untergehenden Sonne.
Als Fahrradfahrer ist da Vorsicht notwendig, da Autofahrer in solchen Fällen plötzlich bremsen.
Als Fahrradfahrer ist da Vorsicht notwendig, da Autofahrer in solchen Fällen plötzlich bremsen.
domenica 12 marzo 2017
Erwartungen
"Sie
erwartet eine interessante und eigenverantwortliche Tätigkeit"
"mit 75 % der regelmäßigen Arbeitszeit
Entgeltgruppe 13 TV-L"
--
netto fürstliche Euro 2297, 11 --
wenn
ich das jetzt richtig nachgeschlagen habe, kriegt ein Studienrat ohne
irgendwas, senza infamia né lode, wenn so viel Dante erlaubt ist, nach acht Jahren Dienst ohne Familie in irgend einem
Bundesland 2800 Euro im Monat. Warum kriegt der das? Hier hingegen
hat jemand mit sehr gut promoviert, was es ja auch nicht geschenkt
kriegt, und bekommt einen Zeitvertrag mit 2300 im Monat. Keine Bank
gibt ihm größere Kredite. Schon bei der Wohnungssuche kann er
Schwierigkeiten haben. Seltsam, nicht?
"Sie haben eine sehr gute Promotion in Neuerer deutscher Literaturwissenschaft abgeschlossen". Na klar.
"Darüber
hinaus können Sie eigenständige Forschungstätigkeiten mit einem
Schwerpunkt auf der Literatur des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart
und Medienästhetik nachweisen". Das schon im Kindergarten.
"Erfahrungen
mit der Arbeit in Forschungsprojekten setzen wir voraus": dass
Sie da nicht alleine daherkommen mit was.
Zukunftspläne
Heute habe ich doch einmal etwas beschlossen. Ich gründe eine Zeitschrift. Peer reviewed. ich habe schon den Ricky, den Nervi, den Ansgar und die Thusnelda gefragt, ob sie den Ausschuss bilden wollen. Die arbeiten alle akademisch, so.
sabato 11 marzo 2017
Journalistenliebe: Frau Dr. Wagenknecht und ihre fünf Stunden Hegel
Auch Journalisten verlieben sich manchmal, was ja wiederum, wenigstens von weitem, rosig anzusehen wäre, wenn es sich hier um so eine menschliche Angelegenheit handelte wie, nur mal angenommen, zwischen dir und mir.
Journalistenherzen schlagen anders, es raschelt da wohl, und der Gefühlsausbruch, wenn von so etwas hier die Rede sein könnte, findet auf Papier statt oder Online.
In den siebziger Jahren liebten diese Schreibmenschen alle Jane Fonda, denn die war sehr intelligent oder recht eigentlich hochbegabt, wie das in Deutschland dann schon genannt wurde. In Italien ist superdotato was anderes.
Heute lieben die von der Zeit und die von der FAZ Sahra (?) Wagenknecht, und sie schreiben vor Liebesblindheit dasselbe, nämlich, sie habe nach dem Abitur nicht einfach nur gelesen, was ich ja prima finde, sondern dies auch nach Zeitplan getan: Fünf Stunden Hegel, zwei Stunden Kant, Descartes, dann Belletristisches. Nun schreiben beide Journalisten das so und keiner kommt auf die Idee, mal nachzufragen, was denn von Hegel? Hätte sie dann gesagt: die Ästhetik, dann hätten wir die fünf Stunden verstanden: das ist eh von Hotho. Sie hätte aber auch frech antworten können: die Logik. Und dann hätte sich unsereiner doch gewundert oder verängstigt irgendwo niedergekauert.
Aber verliebte Journalisten fragen nicht viel, die schreiben nur und gucken so aus kleinen träumerischen Äuglein.
Journalistenherzen schlagen anders, es raschelt da wohl, und der Gefühlsausbruch, wenn von so etwas hier die Rede sein könnte, findet auf Papier statt oder Online.
In den siebziger Jahren liebten diese Schreibmenschen alle Jane Fonda, denn die war sehr intelligent oder recht eigentlich hochbegabt, wie das in Deutschland dann schon genannt wurde. In Italien ist superdotato was anderes.
Heute lieben die von der Zeit und die von der FAZ Sahra (?) Wagenknecht, und sie schreiben vor Liebesblindheit dasselbe, nämlich, sie habe nach dem Abitur nicht einfach nur gelesen, was ich ja prima finde, sondern dies auch nach Zeitplan getan: Fünf Stunden Hegel, zwei Stunden Kant, Descartes, dann Belletristisches. Nun schreiben beide Journalisten das so und keiner kommt auf die Idee, mal nachzufragen, was denn von Hegel? Hätte sie dann gesagt: die Ästhetik, dann hätten wir die fünf Stunden verstanden: das ist eh von Hotho. Sie hätte aber auch frech antworten können: die Logik. Und dann hätte sich unsereiner doch gewundert oder verängstigt irgendwo niedergekauert.
Aber verliebte Journalisten fragen nicht viel, die schreiben nur und gucken so aus kleinen träumerischen Äuglein.
venerdì 10 marzo 2017
PISA, der Strebertest
Denken wir uns, wir säßen noch einmal, fünfzehnjährig, in einem Klassenzimmer. Licht filtert durch die Jalousien, Träume streifen über Grenzen, da kommt der Lehrer. "Heute lesen wir etwas", gibt er bekannt. "Eine Fabel von Äsop". Was sagen wir? Deutsche sagen wahrscheinlich gar nichts, die sind in dem Alter an Borchert gewohnt, "Das Brot". Italiener würden vielleicht etwas wie "Ma prof, che palle!" ausrufen, diese Südländer.
Mit dem Lesen ist es natürlich nicht getan, sondern anschließend sind einige Aufgaben zu lösen, etwa so: "Lesen Sie die unten stehenden Sätze und nummerieren Sie sie in der Reihenfolge der Ereignisse im Text". Was sagen wir?
Ach so, der Lehrer hat eben noch hinzugefügt, er werde alles einsammeln, es gebe aber keine Note dafür, anonym sei es auch. So etwas für die Nation oder für Europa oder was der da nennen wird.
Bei der internationalen Bildungserfolgsvergleichsstudie kommt übrigens heraus, dass Italiener schlechtere Antworten geben als Deutsche und die wiederum schlechtere als Skandinavier. Die da weiter im Norden antworten ja auch "Na klar!" wenn einer sie fragt, ob sie glücklich seien.
Mit dem Lesen ist es natürlich nicht getan, sondern anschließend sind einige Aufgaben zu lösen, etwa so: "Lesen Sie die unten stehenden Sätze und nummerieren Sie sie in der Reihenfolge der Ereignisse im Text". Was sagen wir?
Ach so, der Lehrer hat eben noch hinzugefügt, er werde alles einsammeln, es gebe aber keine Note dafür, anonym sei es auch. So etwas für die Nation oder für Europa oder was der da nennen wird.
Bei der internationalen Bildungserfolgsvergleichsstudie kommt übrigens heraus, dass Italiener schlechtere Antworten geben als Deutsche und die wiederum schlechtere als Skandinavier. Die da weiter im Norden antworten ja auch "Na klar!" wenn einer sie fragt, ob sie glücklich seien.
Wundervolles Europa: Symmetrien
Da war ich, glaube ich, 43, als dieser etwas schnöselige Verlagsleiter in Turin, nachdem er meinen Schulbuchvorschlag abgelehnt hatte, mich damit tröstete, dass ich einfach noch sehr jung sei und daher eben Geduld haben müsse.
Wenige Jahre später, in Deutschland, erschienen die Dinge plötzlich umgekehrt und ich war zu alt für alles.
Während dort also ab 45 Geld bereit zu stehen hat, könnte in Italien bis zu diesem Alter dasselbe gelten. Im Süden eine Grünschnabelhilfe, im Norden ein flüssiges Gnadenbrot. Nur haben die Italiener eben bislang keinen Martin Schulz.
Wenige Jahre später, in Deutschland, erschienen die Dinge plötzlich umgekehrt und ich war zu alt für alles.
Während dort also ab 45 Geld bereit zu stehen hat, könnte in Italien bis zu diesem Alter dasselbe gelten. Im Süden eine Grünschnabelhilfe, im Norden ein flüssiges Gnadenbrot. Nur haben die Italiener eben bislang keinen Martin Schulz.
giovedì 9 marzo 2017
Dazu muss ich noch sagen (Barbaren)
Zu Beginn unserer germanistischen Studien gab es, nein: Gott seis gelobt, noch keine Erstsemesterwochen, dieses Teetrinken mit Anfassen wurde erst ein Jahr später erfunden, sondern einen kurzen Vortrag eines unserer Professoren, eines großen und bekannten, wenn ich das sagen darf. Der erklärte den Studenten, wer nicht seine siebzig Seiten am Tag lesen könne, solle lieber etwas anderes studieren, nicht ausgerechnet Literaturwissenschaft, wie das ja heißt. Diese doch eher sich von selbst verstehende und dem einen oder anderen vielleicht ein klein wenig überflüssig scheinende Bemerkung erregte großes Aufsehen.
Heute dürfte auch so ein gewichtiger Lehrer dergleichen nicht mehr sagen, weil so ein Studentenarbeitstag per ECTS auf acht Stunden ausgerichtet ist wie der eines, welcher im Büro arbeitet. Das wird mit Erleichterung vernommen worden sein.
Heute dürfte auch so ein gewichtiger Lehrer dergleichen nicht mehr sagen, weil so ein Studentenarbeitstag per ECTS auf acht Stunden ausgerichtet ist wie der eines, welcher im Büro arbeitet. Das wird mit Erleichterung vernommen worden sein.
Empörung
An der Jagiellonska in Krakow oder wie das heißt war ich auch einmal und der Germanistik-Professor, den Namen, etwas mit Dz am Anfang, habe ich leider vergessen, obwohl das vermutlich ein wichtiger Mann und, den Deutschkenntnissen seiner Studentinnen nach zu urteilen, ein begnadeter Lehrer war, hielt uns Deutschen einen Vortrag. Vielleicht war das mehr eine Beschimpfung. Er erklärte uns, wir wollten immer die dicken Maxe spielen, seien aber zutiefst ungebildet, weil wir doch nicht einmal den Wilhelm Meister gelesen hätten, Barbaren also. Einige meiner Begleiter waren empört.
Hiho.
Hiho.
Gesamtschule
Es war bei so einem Auswahlgespräch für irgendeine unterbezahlte Stelle in Bergamo. Sie kam mit hochrotem Kopf heraus. Das sei zu viel gewesen, erklärte sie. Die anwesenden Professoren hätten nämlich ihren Lebenslauf betrachtet und gefragt, warum sie denn eine Gesamtschule besucht habe. Ob sie Schwierigkeiten gehabt habe. Mir gegenüber gab sie kund, aus Frankfurt am Main zu stammen. Sie habe als junges Mädchen innigst gewünscht, etwa ein altsprachliches Gymnasium zu besuchen, aber in Frankfurt habe die SPD regiert und sowas hätten die schon damals längst abgeschafft gehabt.
Ich selbst habe einmal einer Gesamtschule in der Stadt, welcher Deutschland Horst Wessel und die Welt Tiefkühlpizza verdankt, einen kurzen Besuch abgestattet. Die hatten da nicht nur Kurse auf verschiedenen Stufen, sondern auch, wie mir erklärt wurde, ein Schulradio. Das kam mir alles ein wenig amerikanisch vor, obwohl ich solche bunte Industriearchitektur mit bunt lackierten freiliegenden Wasser- und Luftröhren doch noch in keiner Hollywood-Serie gesehen hatte. Ich bin jedenfalls nie wieder hingegangen. Wenn man bedenkt, dass die da heute mit hinreichenden A-Levels mit siebzehn Abitur machen, dann ist das doch auch überraschend, so aus sozialdemokratischer Sicht.
Früher waren die Leute, die es amerikanisch wollten, einfach ausgewandert, und hatten die anderen zu Hause in Ruhe gelassen.
Ich selbst habe einmal einer Gesamtschule in der Stadt, welcher Deutschland Horst Wessel und die Welt Tiefkühlpizza verdankt, einen kurzen Besuch abgestattet. Die hatten da nicht nur Kurse auf verschiedenen Stufen, sondern auch, wie mir erklärt wurde, ein Schulradio. Das kam mir alles ein wenig amerikanisch vor, obwohl ich solche bunte Industriearchitektur mit bunt lackierten freiliegenden Wasser- und Luftröhren doch noch in keiner Hollywood-Serie gesehen hatte. Ich bin jedenfalls nie wieder hingegangen. Wenn man bedenkt, dass die da heute mit hinreichenden A-Levels mit siebzehn Abitur machen, dann ist das doch auch überraschend, so aus sozialdemokratischer Sicht.
Früher waren die Leute, die es amerikanisch wollten, einfach ausgewandert, und hatten die anderen zu Hause in Ruhe gelassen.
mercoledì 8 marzo 2017
Bildungsfeldzug
Krieg hat ja mitunter so etwas Blutiges und Tilgendes und das ist nicht ausgesprochen schön. In der Bilderwelt universitärer Stellenanzeigen sieht das aber anders aus, denn da geht es mit großem Jagdhallalli in den nächsten Feldzug.
Etwas unaussprechliche Partei, steht diesmal das BMBF dahinter. Zunächst schließt es einen Qualitätspakt. Gegen Schwund und Schmonz! Weg mit Schrott und Rümpel! Wir sind dabei. Statt Rütli, Qualität.
Nun folgt nach kurzer herposaunter Sammlung die Qualitätsoffensive Lehrerbildung. Es wehen die Fahnen und blitzen die Waffen. Weg mit dem Feind, dem .. ehm? der? Unqualität? dem Qualitätsmangel? Dann wäre es keine Offensive, sondern mehr so etwas Mildtätiges? Unter- und Oberoffizier sehen sich ratlos an. Denn was heißt das überhaupt, Qualitätsoffensive? Die Qualität greift an? Aber die deutsche Qualität, also die gute? Wie in Qualitätswurst? Oder die lateinische Mutter qualitas, womöglich irgend eine? Wie in Qualitätsmanagement?
Nu nu, das wichtigste ist doch, dass hier mal richtig aufgeräumt wird. Und schon reiten sie wieder. Reiten für Deutschland! dieses Motto bitte ich doch nächstes Mal freundlichst in Erwägung zu ziehen.
Etwas unaussprechliche Partei, steht diesmal das BMBF dahinter. Zunächst schließt es einen Qualitätspakt. Gegen Schwund und Schmonz! Weg mit Schrott und Rümpel! Wir sind dabei. Statt Rütli, Qualität.
Nun folgt nach kurzer herposaunter Sammlung die Qualitätsoffensive Lehrerbildung. Es wehen die Fahnen und blitzen die Waffen. Weg mit dem Feind, dem .. ehm? der? Unqualität? dem Qualitätsmangel? Dann wäre es keine Offensive, sondern mehr so etwas Mildtätiges? Unter- und Oberoffizier sehen sich ratlos an. Denn was heißt das überhaupt, Qualitätsoffensive? Die Qualität greift an? Aber die deutsche Qualität, also die gute? Wie in Qualitätswurst? Oder die lateinische Mutter qualitas, womöglich irgend eine? Wie in Qualitätsmanagement?
Nu nu, das wichtigste ist doch, dass hier mal richtig aufgeräumt wird. Und schon reiten sie wieder. Reiten für Deutschland! dieses Motto bitte ich doch nächstes Mal freundlichst in Erwägung zu ziehen.
Hochschuldidaktiker nach Ostwestfalen-Lippe
Mir wurde auch von einem Geschichtsprofessor berichtet, den keiner der im Raum anwesenden Studenten verstand, da er zu leise sprach. Darum gebeten, doch die Stimme zu heben, entgegnete er, er halte eben den akademischen Ton, welchen er weiterhin nicht aufzugeben beabsichtige.
Heute
müsste der Mann, und mit ihm alle hustenden und spuckenden und
sabbernden Hegels und Schellings dieser Erde, die Hochschule
Ostwestfalen-Lippe besuchen, an welcher zwar „Qualität durch
Vielfalt“ garantiert wird, aber doch nicht so.
Die
haben nämlich nicht nur ein Projekt „'OPTES' Optimierung der
Selbststudienphase“ (schneller lesen, mehr begreifen). Bei denen
wird auch „im Rahmen des Bund-Länder-Programms“, nicht etwa
einfach so, „für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in
der Lehre“ was? Da wird „die Hochschule Ostwestfalen-Lippe ihre
exzellente Lehre weiter ausbauen“.
„Ausbauen“:
Andere Verben haben sich da ja unter größerem Ellbogengehaue auf
der Schwelle gedrängelt: „vergrößern“, aber einfach größer
machen klingt nicht toll, oder „erweitern“, aber da fallen einem Kanäle ein, wie bei vertiefen, und bei dergleichen denkt einer dann an alles Mögliche und das ist nicht unbedingt schön, oder an Team erweitern und das heißt
ja einfach bloß, da kommt jetzt wer mehr dazu. Also „ausbauen“,
wie der Onkel sein Häuschen, denn das Neue ist dann hintendran oder
oben drauf oder auch innen anders, mit mehr.
Ganz
bauhinsichtlich, was kommt nun rein, ins Lernzentrum Detmold?
Ja ja, genau da, wo sich verständlicherweise der große Grabbe zu
Tode gesoffen hat. „Eine Persönlichkeit“ (Tarif W2) suche man,
steht da in einer Stellenanzeige, welche sich um „die Umsetzung der
Projekte 'PraxiS OWLplus' - Praxisorientiertes und innovatives
Studieren in Ostwestfalen-Lippe“ (ohne Hashtag) bemühe, wie das Persönlichkeiten
eben so tun.
OWLplus
suche einen Hochschuldidaktiker. Also was? Kurz gesagt:
Kinder gehen in die Schule, wo sie auf Lehrer treffen, oder sujets
supposès savoir,
um das mal elegant einzuwerfen, welche ihrerseits eine Schule besucht
haben, wo sie auf Lehrer zweiter Ordnung getroffen waren, welche nun
ihrerseits hier, in OWL, ihren Lehrmeister hätten finden können.
Welcher seinerseits, wenn wir das ganz romantisch weiter
einschachteln, ja auch irgendwo seinen … oder lieber nicht? So ist
alles wie im Traum. Da frisst dich was auf und du kommst nicht weg.
martedì 7 marzo 2017
Sonntagskinder
Jean Paul berichtet von den Zahuri, einem Menschenschlag oder wie man das nennen soll, welcher Leichname tief unter der Erde zu erspüren in der Lage sei. Ob es wohl auch, sozusagen als Gegenstück, einen Iruhaz geben könnte, welcher lebende Leichname auf Erden bemerkte? Das wären eigentlich die germanischen Sonntagskinder, Erkenner der Wiedergänger. Ich habe nachgeschaut: ich bin an einem Sonntag geboren. Um sechs Uhr morgens in einer Universitätsklinik. Zeichen ...
Eine besondere Nase oder innere Augen oder dergleichen benötigt unsereins allerdings nicht. Es genügen wenige Worte, und der Untote ist erkannt. Wenn ich da jemanden "fokussieren" höre oder einer über "zunehmende Komplexität" sich vernehmlich macht, dann bin ich ganz schnell weg. "Interdisziplinär" ist natürlich auch so etwas, aber nicht wie "stärkst-" oder "best-". Das ist nämlich super, Superzombie.
Wenn die "Zeit" kommt, lege ich immer erstmal alles weg, um mich mit "Chancen" zu üben. Diesmal habe ich allerdings nicht viel gefunden, nur eine Suchanzeige für eine "Persönlichkeit" und die Forderung nach "nachhaltiger Implementierung des Lehrangebots". Eine solche Blume des Metaphernsumpfs, so eine mehrseitige Blüte mit Computer und modern und Öko, da bliebe man besser weg, wenn man eine Wahl hätte, sage ich.
Eine besondere Nase oder innere Augen oder dergleichen benötigt unsereins allerdings nicht. Es genügen wenige Worte, und der Untote ist erkannt. Wenn ich da jemanden "fokussieren" höre oder einer über "zunehmende Komplexität" sich vernehmlich macht, dann bin ich ganz schnell weg. "Interdisziplinär" ist natürlich auch so etwas, aber nicht wie "stärkst-" oder "best-". Das ist nämlich super, Superzombie.
Wenn die "Zeit" kommt, lege ich immer erstmal alles weg, um mich mit "Chancen" zu üben. Diesmal habe ich allerdings nicht viel gefunden, nur eine Suchanzeige für eine "Persönlichkeit" und die Forderung nach "nachhaltiger Implementierung des Lehrangebots". Eine solche Blume des Metaphernsumpfs, so eine mehrseitige Blüte mit Computer und modern und Öko, da bliebe man besser weg, wenn man eine Wahl hätte, sage ich.
sabato 4 marzo 2017
Schnell studiert, Beruf gefunden
Einen B.A. in Rechtswissenschaften, gibt es das, oder haben sich die Juristen dem letztendlich erfolgreich widersetzt? Ich weiß es gar nicht, aber diese Idee, einer sei dann nach nur drei Jahren zum Rechtsanwaltssekretär qualifiziert, finde ich gemütlich. Nach drei Jahren Philosophie käme dann ein Philosophensekretär heraus und so weiter.
Am Wassergraben
Wo das Wasser zwischen Steinen, mal so herum, mal anders entlang, doch in fließender Einheit auf eine Schwelle zuläuft, an der es herabstürzen wird, ob in bräunliche Fäden vereinzelt oder, weil es auf Steine schlägt, in eine Unendlichkeit von leuchtenden Tropfen auseinandersprühend, dann stellt sich der Eindruck ein, als würde das in die Nähe des Falls gelangende Wasser seinen Lauf verlangsamen. Es fürchtet sich, so sieht es aus.
Unten wird es weitergehen wie zuvor, könnte man erklären, und das wäre auch anheimelnd, nämlich zugleich ganz richtig und ganz falsch.
Unten wird es weitergehen wie zuvor, könnte man erklären, und das wäre auch anheimelnd, nämlich zugleich ganz richtig und ganz falsch.
Schwierig, schwierig, ECTS
Da kommt also im Winter ein Student und erklärt, er habe an der französischen Universität in Bonbon, nach Abdrücken eines kleinen Angestelltenmonatsgehalts, einen Französisch-Sommerkurs von vier Wochen besucht und erfolgreich abgeschlossen. C2 steht auf dem Zeugnis, Note "sehr gut".
Was leider nicht drauf steht, weil diese Franzosen sich nämlich manchmal etwas bockig anstellen bei europäischen Neuigkeiten, das sind die ECTS, die Kreditpunkte, welche für den Kurs im europäischen Kurswechselsystem vorgesehen sind. Kein Problem, denkt der Laie, denn diese ECTS-Punkte kann man auf Grundlage der Zahl von Unterrichtsstunden und der Hausaufgaben einfach ausrechnen. Geht nicht, antwortet die Verwaltung, denn diese Punkte werden ausgestellt und nicht nachgerechnet. Da könnte ja jeder kommen.
So ein Kurs ohne ECTS ist vielleicht ein Bildungsspaß oder ein Sommertanz, aber passt eben in kein ordentliches europäisches Studium.
Was leider nicht drauf steht, weil diese Franzosen sich nämlich manchmal etwas bockig anstellen bei europäischen Neuigkeiten, das sind die ECTS, die Kreditpunkte, welche für den Kurs im europäischen Kurswechselsystem vorgesehen sind. Kein Problem, denkt der Laie, denn diese ECTS-Punkte kann man auf Grundlage der Zahl von Unterrichtsstunden und der Hausaufgaben einfach ausrechnen. Geht nicht, antwortet die Verwaltung, denn diese Punkte werden ausgestellt und nicht nachgerechnet. Da könnte ja jeder kommen.
So ein Kurs ohne ECTS ist vielleicht ein Bildungsspaß oder ein Sommertanz, aber passt eben in kein ordentliches europäisches Studium.
Fortschritt, ach Bologna
Früher musste, wer nach einem oder zwei oder drei Jahren die Universität wechseln wollte, seine Studienordnung mitnehmen, sein Studienbuch und alle Scheine. In der neuen Universität bekam er dann Dinge zu hören wie: "Sie haben ja gar keine Numismatik gemacht, holen Sie das bitte schnell nach!" oder "Ihr Kurs in Lepidopterologie war nur zweistündig, bei uns ist er vierstündig. Sprechen Sie mit dem Professor!"
Heute braucht, wer nach dem B.A. wechseln will, sein Abschlusszeugnis und eine Transcription of grades oder wie das jeweils gerade heißt. In der neuen Universität bekommt er dann Dinge zu hören wie: "Sie haben ja gar keine Numismatik gemacht, holen Sie das bitte schnell nach!" oder "Ihr Kurs in Lepidopterologie gab nur vier ECTS, bei uns sind es acht! Sprechen Sie mit dem Professor!"
Heute braucht, wer nach dem B.A. wechseln will, sein Abschlusszeugnis und eine Transcription of grades oder wie das jeweils gerade heißt. In der neuen Universität bekommt er dann Dinge zu hören wie: "Sie haben ja gar keine Numismatik gemacht, holen Sie das bitte schnell nach!" oder "Ihr Kurs in Lepidopterologie gab nur vier ECTS, bei uns sind es acht! Sprechen Sie mit dem Professor!"
venerdì 3 marzo 2017
Weg vom Handwerk (Oh Bologna)
Beim Übergang von der handwerklichen zur industriellen Produktion büßen Arbeiter und Produkte etwas ein. Die einen ihre Handwerkskunst, die nicht mehr gebraucht wird, die zweiten ihre Vielfalt. Dem kann man auch nachweinen. Dafür geht aber jetzt alles schneller und billiger, denkt man.
Wenn nun allerdings ein ostfriesischer Möbelfabrikant seine Plüschsessel auf Bullerbü und im Takkatukkaland herstellen lässt, dann tut er gut daran, seinen Käufern zu garantieren, dass seine Sitzgelegenheiten, wenn sie auch nicht gleich sind, doch so aussehen und sich auch gleich anfühlen, wenn ein erwartungsfroher Käuferpopo sich darauf niederlässt. Der Ostfriese braucht Qualitätskontrolle.
Nach Bologna sollte an unseren Universitäten alles schneller und billiger gehen, aber aufpassen muss man da natürlich auch. Deshalb haben wir nicht nur überall anonyme Studenten-Evaluationen, als ob menschliche Feigheit noch gesamteuropäisch befördert werden müsste, sondern auch eigene Abteilungen für, und das heißt wirklich so: Qualitätskontrolle. Jede Menge feste Stellen. Die kosten ihr Geld.
Wenn nun allerdings ein ostfriesischer Möbelfabrikant seine Plüschsessel auf Bullerbü und im Takkatukkaland herstellen lässt, dann tut er gut daran, seinen Käufern zu garantieren, dass seine Sitzgelegenheiten, wenn sie auch nicht gleich sind, doch so aussehen und sich auch gleich anfühlen, wenn ein erwartungsfroher Käuferpopo sich darauf niederlässt. Der Ostfriese braucht Qualitätskontrolle.
Nach Bologna sollte an unseren Universitäten alles schneller und billiger gehen, aber aufpassen muss man da natürlich auch. Deshalb haben wir nicht nur überall anonyme Studenten-Evaluationen, als ob menschliche Feigheit noch gesamteuropäisch befördert werden müsste, sondern auch eigene Abteilungen für, und das heißt wirklich so: Qualitätskontrolle. Jede Menge feste Stellen. Die kosten ihr Geld.
Oh Bologna
Es gibt ein Bid von Rembrandt, da schwören die aufständischen Bataver in einem Licht, das sichtlich vom Feuer stammt. Die Schwerter gekreuzt, sitzen die Männer, jung und alt, auf der einen Seite des Tisches. Auf der anderen Seite sehen zwei Jungs zu, dessen rechter auf derselben Höhe wie der Schwörende mit Krone steht. Gegenwart und Zukunft sind hier vereint. Daraus wurde dann nichts, aber das ist eine andere Geschichte.
Ähnlich würde ich mir gern das entscheidende erste große Treffen zur Bologna-Reform vorstellen. Der Unterscheid besteht darin, dass da niemand unter vierzig dabei war. Denn diese Bildungs- und Tourismus- und Sport-Minister und deren Helfer waren naturgemäß nicht am Vortage aus dem Ei gekrochen.
Die deutschsprachigen Vertreter:
Caspar Einem, 51
Wolf-Michael Catenhusen, 54
Ute Erdsieck-Rave (Canto nel mondo), 52
Der Niederländer Loek Hermans, junger Wildfang allein, war erst 48.
Diese Leute hatten seit 25 Jahren keine Universität mehr von innen gesehen. Nur von außen, vom tröpfelnden Geldhahn, an dem sie saßen.
Ähnlich würde ich mir gern das entscheidende erste große Treffen zur Bologna-Reform vorstellen. Der Unterscheid besteht darin, dass da niemand unter vierzig dabei war. Denn diese Bildungs- und Tourismus- und Sport-Minister und deren Helfer waren naturgemäß nicht am Vortage aus dem Ei gekrochen.
Die deutschsprachigen Vertreter:
Caspar Einem, 51
Wolf-Michael Catenhusen, 54
Ute Erdsieck-Rave (Canto nel mondo), 52
Der Niederländer Loek Hermans, junger Wildfang allein, war erst 48.
Diese Leute hatten seit 25 Jahren keine Universität mehr von innen gesehen. Nur von außen, vom tröpfelnden Geldhahn, an dem sie saßen.
giovedì 2 marzo 2017
Masters of the Universe
Die
suchen einen, der den Leuten Englisch beibiegt, lesen und schreiben
nämlich, und der wird sich aber freuen, denn sie stellen sich vor
als "een van Europa’s meest vooraanstaande internationale
onderzoeksuniversiteiten". Dann kommt aber die Universität von
Cambridge, und die ist nun "one of the world's foremost research
universities". Tja. Wieder nur Europameister, oder fast.
Und
was tut man aber da, an so einer der besten ...? In Bayern schreiben
sie, sie wollten "für die zunehmend komplexer werdenden
Zukunftsfragen um Mensch, Gesellschaft, Kultur, Umwelt und
Technologie fächerübergreifend problemorientierte Lösungsansätze
entwickeln".
Lösungen
sind ja an sich nicht ganz das, wonach Fragen fragen. Die gibt es
aber hier auch gar nicht zu holen, geboten werden Lösungsansätze.
Nicht so viel? Das liegt sicher daran, dass sie, die
Fragen, zunehmend
komplexer werden, weil sie natürlich früher ganz unzusammengesetzt
daher kamen wie heute nur noch das Krümelmonster
("Dummtidummdumm!"). Zumal es um Zukunftsfragen gehen, also
nicht nach etwas gefragt werden soll, sondern um herumgefragt wird,
nämlich um den Menschen, die Gesellschaft und die Kultur, was nun
andererseits dreimal dasselbe Thema ist.
Statt
"problemorientiert" könnte man nun auch
"handlungsorientiert" oder "volkswohlfahrts-"
oder sonstwie orientiert sein, aber das hier heißt: es geht um
Themen, welche von außen als Probleme vorgegeben werden,
nämlich von da, wo dat Jeld herkommt. Ein zweites tja sei hier
zugestanden.
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