giovedì 4 maggio 2017

Der Chef macht sich Sorgen, oh!

Da schreibt der Rektor: This week I was approached by several students who were worried by a blog about feminism published last week by one of their fellow students on his personal website. Und als guter Rektor schickt er die Denunzianten zum Teufel? 

Wo es gegen Feminismus geht? Da muss er erstmal nachschauen! I read the blog and it articulates a problematic and sexist take on feminism and femininity. Wir schütteln uns. Was Verbotenes scheint der junge Mann da zwar eigentlich nicht geschrieben zu haben. Aber doch so etwas wie "Frauen könn´ nicht kochen!" oder "Tussis nerven beim Biertrinken!" oder "Ick schau nur uff die Titten!" 

Gott sei Dank sind die anderen Studenten da offenbar immun. From left to right, across lines of gender diversity, many UCR students have condemned the blog and have reached out to friends who feel threatened by this expression of sexist beliefs from within our own community. Na da wischen wir uns den Angstschweiß von der Stirn, dass es tropft. Bedrohlich wie das war. 

Vielleicht gibt es gar keine Generation Snowflake, sondern nur eine Snowflake World. Da bleibt man besser weg denn die ist klein und verdammt eng. 

Wolfgang Max Faust

Viele an- und fortregende Lehrer hat man ja im Laufe so eines Menschenlebens nicht. Es ist bekanntlich auch ein bisschen kurz, vor allem die Studienzeit.

Da gab es diese Lesung von Helga M. Novak, die eigens aus Island eingeflogen worden war, und im Vorraum schrieen Bärtige etwas von Sibirien. Wilde Zeiten, das. 

Wolfgang Max Faust stand im vollen Saal auf und fragte, ob die anwesenden Dichterinnen denn nicht Roland Barthes gelesen hätten. Was denn dieses unbedarfte Ich-Erzählen dieser zuvor drauflos politischen Menschen da zu bedeuten habe. Barthes?
Den Namen hatte ich nie gehört. Der kam in Germanistik nicht vor und in der Philosophie auch nicht. 

Im Seminar trat Faust mit weißen Blättern auf. Nur in der Mitte stand ein Gedicht. Schläft ein Lied in allen Dingen ... "Also?" 

Als vielerträumender Jungmarxianer oder was ich da war, begann ich unverzüglich über das Utopische im Gedicht zu sprechen. Faust sah mich an: "Davon steht aber nichts da." Wir sollten einfach das betrachten, was wir vor Augen hatten. Das untersuchen. 

Das war, wie ich sagen möchte, luft- und kopfbereinigend. Gewissermaßen hilfreich wie seine Hinweise es waren. Niemand als er hätte mich vom Märchen im Woyzeck, an dem ich gerade arbeitete, stracks auf Die Rede des toten Christus verwiesen.    

Wenn ich mich nicht irre, hat unser damaliger Großprofessor mehrmals versucht, diesen schwulen Vogel hinauszuwerfen. Das war vermutlich alles zu wenig leineneinbandsmäßig und verstaubungsrufend.

Faust ist dann sehr krank geworden und war bald ganz weg.