venerdì 13 dicembre 2019

Smyrne

Traumverloren gehe ich unter den Menschen umher. Ich sehe sie immer nur für kurze Augenblicke, hier ein Paar heller Augen, dort ein schlecht gealtertes Gesicht, dann wieder das einer jungen Frau, in dem ich schon die Falten und Säckchen der alten sehe. Eine bewegte Eintönigkeit, die Stadt, solange sie nicht selbst ein Traum geworden ist und alles seinen Platz einnimmt.



Katabasis

"Wohin willst du so spät?" will Eurylochos wissen, als ich schon in der Tür stehe.
"Nach Pyräus, zu den Weibern." 
"Pass auf, du. Es ist alles gefährlicher geworden!"
"Ja, zu Sokrates' Zeiten ging es da sicher sehr friedlich zu!"
"Du machst Witze, weil du nichts weißt. Man hört da Dinge ...". Das sagen sie jetzt ständig. Sie haben etwas gehört und machen sich Sorgen. Sie leben in Angst vor Straßenräubern und Strolchen aller Art, vor Krankheiten, Seeungeheuern, vor Wucherern und Fallenstellern. Ist es, weil sie so viel besitzen? Oder lehnen sie sich an die anderen an, weil sie allein nicht weiter wissen? Warum hören sie auf die, die sie hören?  
Ich geh hinab. 




Weg

Die Straße führt, ein Blindenhund. 

Dem Tag fliegts leicht dahin, 
ich wandre seitwärts fort. 
Waren rollen, Soldaten singen. 
Ich geh.

Noch tropft der Wein aus Pergamon in meine Spur.
Und wär da eine Linie? 

Ich bin immer hier.