Wenn wir
irgendwo einer Zahlenreihe begegnen, denken wir traurigen Ritter zur
kühnen Bewerbung naturgemäß unwillkürlich an das, was die Leute
Intelligenztests nennen. Das sind nun allerdings Übungen von einem
Schwierigkeitsgrad, welcher auch einem Psychologen zugänglich ist,
also etwas wie 17, 1, 16, 1, 15 oder 1, 1, 2, 3, 5, 8, was ja gar bei
Dan Brown vorkommt.
Im wirklichen
Leben, oder wie man das nennen soll, gibt es sehr viel anregendere
Zahlenreihen, nicht nur für Intelligenzmeier vermutlich, sondern auch
für einfache Wegsuchende und Dämel wie unsereinen.
Im Bahnhof
Fulda habe ich 1, 6-9, 36-38 gesehen, aber kein 10-35 war da. Da haben 36. 37, 38 doch etwas Trauriges oder Anrührendes.
Der
wunderlichste Bahnhof ist der von Osnabrück: es sind
eigentlich zwei, welche senkrecht zueinander stehen.
Gleise 1-5
sind oben, Gleise 11-14 und dann 19 unten. Da freut sich die Einbildungskraft und beginnt mit ihrer Arbeit. Wo mögen Gleise 15-18 verblieben sein? Weggelaufen? Ganz zu schweigen von diesen sozusagen heimlich verschwundenen 6-10. Womöglich weggerutscht. Geraubt. Entflogen.
Mir nichts, dir nichts dichtelnd durchfahren wir das deutsche Land, wenn nur kein Psychologe in der Nähe ist und kein Test. Ein Bahnhof tut da vieles. Das Reich, in dem alle Gleise da wären, wäre in der Vergangenheit oder in der Zukunft zu vermuten.
