Denken wir uns, wir säßen noch einmal, fünfzehnjährig, in einem Klassenzimmer. Licht filtert durch die Jalousien, Träume streifen über Grenzen, da kommt der Lehrer. "Heute lesen wir etwas", gibt er bekannt. "Eine Fabel von Äsop". Was sagen wir? Deutsche sagen wahrscheinlich gar nichts, die sind in dem Alter an Borchert gewohnt, "Das Brot". Italiener würden vielleicht etwas wie "Ma prof, che palle!" ausrufen, diese Südländer.
Mit dem Lesen ist es natürlich nicht getan, sondern anschließend sind einige Aufgaben zu lösen, etwa so: "Lesen Sie die unten stehenden Sätze und nummerieren Sie sie in der Reihenfolge der Ereignisse im Text". Was sagen wir?
Ach so, der Lehrer hat eben noch hinzugefügt, er werde alles einsammeln, es gebe aber keine Note dafür, anonym sei es auch. So etwas für die Nation oder für Europa oder was der da nennen wird.
Bei der internationalen Bildungserfolgsvergleichsstudie kommt übrigens heraus, dass Italiener schlechtere Antworten geben als Deutsche und die wiederum schlechtere als Skandinavier. Die da weiter im Norden antworten ja auch "Na klar!" wenn einer sie fragt, ob sie glücklich seien.
venerdì 10 marzo 2017
Wundervolles Europa: Symmetrien
Da war ich, glaube ich, 43, als dieser etwas schnöselige Verlagsleiter in Turin, nachdem er meinen Schulbuchvorschlag abgelehnt hatte, mich damit tröstete, dass ich einfach noch sehr jung sei und daher eben Geduld haben müsse.
Wenige Jahre später, in Deutschland, erschienen die Dinge plötzlich umgekehrt und ich war zu alt für alles.
Während dort also ab 45 Geld bereit zu stehen hat, könnte in Italien bis zu diesem Alter dasselbe gelten. Im Süden eine Grünschnabelhilfe, im Norden ein flüssiges Gnadenbrot. Nur haben die Italiener eben bislang keinen Martin Schulz.
Wenige Jahre später, in Deutschland, erschienen die Dinge plötzlich umgekehrt und ich war zu alt für alles.
Während dort also ab 45 Geld bereit zu stehen hat, könnte in Italien bis zu diesem Alter dasselbe gelten. Im Süden eine Grünschnabelhilfe, im Norden ein flüssiges Gnadenbrot. Nur haben die Italiener eben bislang keinen Martin Schulz.
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