sabato 4 marzo 2017

Schnell studiert, Beruf gefunden

Einen B.A. in Rechtswissenschaften, gibt es das, oder haben sich die Juristen dem letztendlich erfolgreich widersetzt? Ich weiß es gar nicht, aber diese Idee, einer sei dann nach nur drei Jahren zum Rechtsanwaltssekretär qualifiziert, finde ich gemütlich. Nach drei Jahren Philosophie käme dann ein Philosophensekretär heraus und so weiter. 

Am Wassergraben

Wo das Wasser zwischen Steinen, mal so herum, mal anders entlang, doch in fließender Einheit auf eine Schwelle zuläuft, an der es herabstürzen wird, ob in bräunliche Fäden vereinzelt oder, weil es auf Steine schlägt, in eine Unendlichkeit von leuchtenden Tropfen auseinandersprühend, dann stellt sich der Eindruck ein, als würde das in die Nähe des Falls gelangende Wasser seinen Lauf verlangsamen. Es fürchtet sich, so sieht es aus.

Unten wird es weitergehen wie zuvor, könnte man erklären, und das wäre auch anheimelnd, nämlich zugleich ganz richtig und ganz falsch. 
  

Schwierig, schwierig, ECTS

Da kommt also im Winter ein Student und erklärt, er habe an der französischen Universität in Bonbon, nach Abdrücken eines kleinen Angestelltenmonatsgehalts, einen Französisch-Sommerkurs von vier Wochen besucht und erfolgreich abgeschlossen. C2 steht auf dem Zeugnis, Note "sehr gut". 

Was leider nicht drauf steht, weil diese Franzosen sich nämlich manchmal etwas bockig anstellen bei europäischen Neuigkeiten, das sind die ECTS, die Kreditpunkte, welche für den Kurs im europäischen Kurswechselsystem vorgesehen sind. Kein Problem, denkt der Laie, denn diese ECTS-Punkte kann man auf Grundlage der Zahl von Unterrichtsstunden und der Hausaufgaben einfach ausrechnen. Geht nicht, antwortet die Verwaltung, denn diese Punkte werden ausgestellt und nicht nachgerechnet. Da könnte ja jeder kommen.

So ein Kurs ohne ECTS ist vielleicht ein Bildungsspaß oder ein Sommertanz, aber passt eben in kein ordentliches europäisches Studium.

Fortschritt, ach Bologna

Früher musste, wer nach einem oder zwei oder drei Jahren die Universität wechseln wollte, seine Studienordnung mitnehmen, sein Studienbuch und alle Scheine. In der neuen Universität bekam er dann Dinge zu hören wie: "Sie haben ja gar keine Numismatik gemacht, holen Sie das bitte schnell nach!" oder "Ihr Kurs in Lepidopterologie war nur zweistündig, bei uns ist er vierstündig. Sprechen Sie mit dem Professor!" 

Heute braucht, wer nach dem B.A. wechseln will, sein Abschlusszeugnis und eine Transcription of grades oder wie das jeweils gerade heißt. In der neuen Universität bekommt er dann Dinge zu hören wie: "Sie haben ja gar keine Numismatik gemacht, holen Sie das bitte schnell nach!" oder "Ihr Kurs in Lepidopterologie gab nur vier ECTS, bei uns sind es acht! Sprechen Sie mit dem Professor!"