martedì 28 febbraio 2017

Riesen

sind rasend aufregende Erscheinungen in der Literatur. Bei Ariosto ist von einem der letzten zu lesen: "un orribil gigante / Che d’otto piedi ogni statura avanza. / Non abbia cavallier né viandante / Di partirsi da lui, vivo, speranza". Acht Fuß größer als alle anderen: lebendig wegzukommen gibt es keine Hoffnung. So einer gibt einem doch zu denken. Zwergriesen solle es auch geben, hatte Pulci erzählt, nur vier Fuß größer als unsereiner. 

Erst mit Swifts Blödeleien wird dergleichen aus der geschriebenen Welt vertrieben,  weil dann eh alles nur noch relativ ist. So ist es bis heute.


Wer jetzt überhaupt über solche Größen schreibt oder spricht, muss nun "Riesen und Riesinnen" betrachten. Warum nicht gleich RiesInnen? Wenn er dann hinzufügt, es sollten "Riesinnen und Riesen in einem interdisziplinären Zusammenhang verortet werden", also etwa: wo steht er denn, der Riese? dann bleibt einer doch lieber weg von der Konferenz, oder? 

Exzellenz

Nach einem zügigen Studium einen schönen Bürositz zu ergattern, könnte ja auch eine Freude sein. Nach dem exzellenten Besuch einer internationalen Spitzenuniversität oder wie die Dinger jetzt alle heißen, könnte das jedoch auch zu drückenden Enttäuschungsempfindungen führen. 

Klein sein will eben auch gelernt sein, und Schulmeisterleins Maria Wutz Lebens- und Freudenkunst wird nicht gelehrt, nicht im oberen Teil von Rankinglisten jedenfalls. 

Länger studieren

Herr Kierkegaard hat ja seinerzeit elf Jahre gebraucht, um sein Studium abzuschließen. Ich acht. Das könnten wir natürlich als Fehlinvestition verbuchen, denn ich bin nicht acht elftel von dem, was dieser dänische Philosoph oder was er sein wollte, gewesen ist und ist. Aber dieses kontenführende Denken war auch uns eben noch fremd. 

Heute müsste Kierkegaard kräftige Strafstudiengebühren entrichten und mehrmals eine Psychologin  besuchen, denn die sind heute auch für solche Um- und Abwege zuständig, welche wir meinerzeit noch der Bildung zugeschrieben hätten.   

Es kann einem nämlich immer einiges in den Weg gerollt sein, was einer dann umgehen oder überklettern muss. Es stirbt uns einer, oder eine große Traurigkeit umwölkt alles, wir wollen noch dies oder das lesen und begreifen oder, das war der Fall des Dänen, der Tod des Vaters muss erst abgewartet werden.

Heute haben die jungen Leute keine Zeit mehr für solche Abweichlereien. Drei Jahre plus zwei haben sie. Schon, wenn da ein Jahr mehr anfiele, wüssten sie, dass sie scheel angesehen würden. 

Heute haben sie auch Abgabetermine und Anwesenheitsverpflichtungen und Motiviertheitszumutungen, also all das, was später im Büroalltag auch von ihnen erwartete werden wird.