venerdì 31 marzo 2017

Italienisches

Die saß da am Küchentisch und erklärte dem gerade aus Deutschland dort in Mailand eingetroffenen in allerreinstem Sprachdiplomsdeutsch (gibt es das noch?), sie, die Deutschen also, könnten so viel wunderbare Autos bauen, wie sie wollten, und so viel Geld machen, wie sie nur immer wünschten, "für uns bleibt ihr doch immer nur traurige Barbaren", sagte sie. Das war für unsereinen doch eindrucksvoll und lehrhaft.

Chef werden

Eine Fakultät oder Universität zu leiten ist nicht jedermanns Sache. Durchschnittliche Forsch- und Lehrpersonen drucksen, auf die Möglichkeit angesprochen, Dekan oder Rektor zu werden, unter Umständen ein wenig herum und müssen zum Beispiel ganz schnell zum Bus. Arbeit gibt es nämlich jede Menge, Zeit zum Nachdenken keine, auch muss einer da vielleicht immer wieder einmal dekorativ herumstehen oder, ohne sichtbar einzuschlafen, längeren Reden von seinesgleichen zuhören. 

Diejenigen, die so etwas tun, sind daher aller Wahrscheinlichkeit Drängler und Selbstfeierer oder sonst menschlich einsichtgebende Gestalten. Ich habe da gerade zwei vor Augen. Der erste übt an einer italienischen Privatuniversität sein Amt aus und schreibt daher auch auf Englisch Dinge wie "Business and Philosophy Lab: arisen from the belief that at the present moment, when a new definition of the enterprises’ business models it is required, it is of great importance to redefine their way of thinking." Da schließt der Philosoph. 

Der zweite, ebenfalls ein Philosoph, schreibt jede Woche einen Institutsblog, im Wesentlichen über sich selbst, auch wenn es um Weihnachten geht, wo Jesus brings joy

"Perhaps my favourite version of the Biblical Christmas story is to be found in Dick Bruna’s book, Kerstmis". In diesem Kinderbuch  ist Jesus schwarz. Die Erklärung, die Wüste drumrum sei eine Folge des Klimawandels, ist schon für die nächste Auflage vorgesehen. Es werde, obwohl "I have been a convinced atheist for a long time", ihn, schreibt der Chef, deeply move "every time I read the book aloud". Tja. Derselbe Rektor oder Dean findet am Verschieben des Universitätseingangs bemerkenswert, erstens "I could actually see the entrance from a genuinely public space", doch: "even more importantly: people on the street could see me enter the building". Doppeltja. Darum sind die Blogs oder Posts solcher Rektoren oder Presidi oder was auch stets von Fotos begleitet, ob in Italien oder in Flatlandia. Frontal, oder nur ein Stückchen Pickel rechte Wange, oder Schnäuzer von unten, manchmal auch nur ein Tisch auf Parkett, mit Buch dabei.

Diversity einladen!

An einer Weltexzellenzuniversität der Meeressäuger wäre etwa die Schildkröte der Dean oder Rektor und könnte, nur mal angenommen, eine Aufforderung wie die folgende aussprechen: "Let us invite the most diverse of guests"! Als Gäste kämen dann solche ganz Verschiedenen dahin, wo das andere der Verschiedenen auf sie wartete. Nennen wir es, dies andere: wir, "as scholars and scientists", sozusagen auf Seiten der Wahrheit, gleich gegenüber vom Verschiedenen. 

In Italien gab es eine Zeit, da wurden Schwule als diversi angeredet, ich glaube, bis irgend wann Aldo Busi live explodierte und fragte: "Diverso da chi?"

Aber hier im Flachland geht es um Aufregenderes. "Let us invite climate change deniers". Die Toleranz könnte allerdings da doch bitte wirklich etwas zu weit gehen. Und "populist politicians"? Na! Endlich auch "fake news organizations". Liebe Lügenpresse, wollen Sie nicht einmal herkommen? 

Zum Glück wüsste Schildkröte schon: "what they say is likely to be bullshit". Gott sei's gelobt. 

Neues von Academia

A top 6% academic viewed one of your papers.
Mein Herz rast. 

Wir wären da alle in einer Kurve drin, womöglich der vom Gauss (Oh Masse, Mittelmaß!)? Oberes Viertel, oberes Zehntel, Sechzehntel, hundertstel? Will sich da nicht eine Trunkenheit einstellen? so ein Schwindel?