sabato 29 aprile 2017

Immer Recht haben

Fahrradfahrer, rein aus der täglichen Anschauung heraus, also alle zusammen, haben das, was früh im Ostdeutschen der Partei zugeträumt wurde. Sie stinken nicht, machen wenig Lärm, verbrennen keine Erdenschätze. Sie haben daher immer Recht.

Stehst du da an einem Fußgängerübergangs- oder Zebrastreifen und denkst, dass die Kraftfahrzeuge dort für dich bremsen würden, liegst du, jedenfalls im Norden Europas, vermutlich richtig. Die Regel besagt einfach: der Stärkere zeigt sich dem Schwächeren gegenüber aufmerk- oder gar behutsam. Das ist einfach, was man Anstand nennt und was, so wird erzählt, zu Zeiten Richard Lionhearts und Saladins umstandslos, Glauben hin oder her, anerkannt war. 

Heute gibt es Attentäter und Radfahrer, denn vor einiger Zeit ist uns die Moral in die Welt hineingepurzelt. Statt Regeln haben wir jetzt Grundsätze und Regelerzeugungsverfahren, bei denen dies oder das oder gar nichts herauskommt, aber jedenfalls irgendwer immer Recht hat. 

Solltest du also darauf hoffen, auf ihrem Radweg dahinschießende Fahrer würden für dich, den Fußgänger, anhalten, dann erinnere dich daran, dass hier Moral im Spiel ist, und bleib stehen.