Mein Kollege aus Wisconsin sagt, das sei normal. Seine Bewerbungen für Law Schools hätten schon vor zwanzig Jahren 100 $ each gekostet. Mehr als fünf Bewerbungen seien damals für ihn nicht drin gewesen.
Neuerdings wollen auch italienische Universitäten erstmal cinquanta Euro sehen, bevor sie einen an ihren Auswahlverfahren teilnehmen lassen. Das heißt, wenn du nicht sicher bist, dass in der Kommission einer sitzt, der dir weiterhilft oder, wie man sagt, dich durchdrückt, dann lass es lieber. Fünfzig Euro für eine Chance von eins auf hundert, das könnte kein Pascal aufrechnen.
Was die mit dem Geld machen, steht außer Frage. Das frisst die Verwaltung. Auswahlverfahrenssekretäre mit ihren Büros und Computern. Forschung oder Lehre sehen davon nix. Wozu auch?
In England bezahlt man übrigens ebenfalls, wenn man sich bewerben möchte. Aber die sind ja jetzt eh weg.
lunedì 20 febbraio 2017
Das waren Zeiten. Die kleine Matrikel
Vor langer Zeit, erzählte man sich zu meiner Studienzeit, was nun wiederum länger her ist, hatten die ostelbischen Großgrundbesitzer unter anderem der Tatsache Rechnung zu tragen, dass ihre Söhne unter Umständen ausgesprochen lernunlustig waren, auf der anderen Seite, das gehörte sich so bei gehobenen Familien, aber an einer Universität in der Hauptstadt studieren sollten. Wenigstens ein bisschen.
Das preußische Ministerium hat sich da offenbar verständnisvoll erwiesen und eigens für diese jungen Herren etwas mit dem Namen Kleine Matrikel eingeführt. Drei Semester durfte man auch ohne Abitur studieren.
So kam es, dass nicht nur verschiedene Kandidaten für das merkwürdigerweise so genannte Begabtenabitur, sondern auch ich, der bis Dezember auf sein Nichtschülerreifeprüfungszeignis warten musste, gewissermaßen vorzeitig Seminare und Vorlesungen besuchen durften, die nach Einreichung des Abiturs angerechnet werden würden. Meine Matrikelnummer war KL2331. Besonders viele können wir also nicht gewesen sein.
Diese Institution hat das Ende Ostelbiens und Wiederaufrüstung überstanden. Man hat wohl einfach vergessen, dass sie da war. Doch dann trat im Akademischen Senat unserer Hochschule ein Professor auf und forderte, solch ein Unding müsse abgeschafft werden. Nun ist sie weg.
Das preußische Ministerium hat sich da offenbar verständnisvoll erwiesen und eigens für diese jungen Herren etwas mit dem Namen Kleine Matrikel eingeführt. Drei Semester durfte man auch ohne Abitur studieren.
So kam es, dass nicht nur verschiedene Kandidaten für das merkwürdigerweise so genannte Begabtenabitur, sondern auch ich, der bis Dezember auf sein Nichtschülerreifeprüfungszeignis warten musste, gewissermaßen vorzeitig Seminare und Vorlesungen besuchen durften, die nach Einreichung des Abiturs angerechnet werden würden. Meine Matrikelnummer war KL2331. Besonders viele können wir also nicht gewesen sein.
Diese Institution hat das Ende Ostelbiens und Wiederaufrüstung überstanden. Man hat wohl einfach vergessen, dass sie da war. Doch dann trat im Akademischen Senat unserer Hochschule ein Professor auf und forderte, solch ein Unding müsse abgeschafft werden. Nun ist sie weg.
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