Also
zunächst halten wir fest:
Die
TU Bullerbü ist eine der elf Exzellenzuniversitäten
Deutschlands.
Elf
Exzellenzen, das sind eigentlich eine ganze Menge. Wie unterscheiden wir uns?
Als
Volluniversität mit breitem
Fächerspektrum zählt sie zu den forschungsstärksten
Hochschulen.
"Als"
(wieso eigentlich "als"?) "Volluniversität", im
Gegensatz zu den bekannten Teiluniversitäten, bietet diese TU (!)
nicht nur ein "breites Fächerspektrum" (optische Metapher:
Vielfarbigkeit bis ins Verschwinden), sie ist auch? forschungsstark? forschungstärkst! (Muskelmetapher, aufgepasst!). Also nicht etwa fortschrittsschönst,
nicht geistfidelst, nicht gedankentreust. Schon
gar nicht lernkräftigst. Auf derlei kommt es nicht an. Das ist in so einer Stellenanzeige ein netter Wink: wir
suchen nicht einfach einen Lehrer, wie die andern alle. Zudem sind
uns "Austausch" und "Kooperation" wichtig,
nämlich "zwischen den Wissenschaften"
(also nicht etwa beim Kaffeetrinken zwischen Wissenschaftlern, nein!
"zwischen den Wissenschaften": an unserer TU hier riecht es
nach Gremien), und, ach, auch "mit Wirtschaft und
Gesellschaft". Da träumt man vielleicht vom Essengehen mit
der Handelskammer? Was auch immer hier gemeint sein mag
("Gesellschaft"? "und"? "Wirtschaft"? Max Weber?),
es hat wohl damit zu tun, dass man sich nützlich machen will. Oder
es soll nur so aussehen, denn am Ende:
Ziel
ist es, im Wettbewerb der Universitäten
auch in Zukunft Spitzenplätze zu belegen.
Das
hatten wir schon immer geahnt, dass es nicht ums Wissen gehen könne,
wenn der Staat Geld für etwas anderes als Autobahnen rausgibt. Doch ist der Spitzenplatz nicht das
einzige Ziel. An diesem, bekundet die TU, und
am
Erfolg beim Transfer von Grundlagenwissen
und Forschungsergebnissen messen
wir unsere Leistungen in Lehre, Studium, Forschung
und Weiterbildung
Mehr
so eine Vermittlereinrichtung, diese TU? War nicht zuvor von
Forschung die Rede gewesen? Am "Erfolg beim Transfer"
"messen wir unsere Leistungen in" der "Forschung"?
Das
ist nämlich so: "Wissen schafft Brücken". Optimismus kann ja nicht schaden. Und das nicht wie hier bei meinem Metzger gegenüber, der seit 1967 da
ist, sondern "seit 1828".
Nasenbären,
die so etwas schreiben, gibt es natürlich an jeder Universität. Sie
werden dafür bezahlt und haben in der Regel eine Lebensstellung. Und
das an jeder Universität. So kommt es, dass auch anderwärts ein
Ausschreibungstext mit einem selbstschulterklopfendem Aussagesatz
beginnt.
Die
Fluss-Universität Takkatukka (FUT) ist eine der führenden
Forschungsuniversitäten in Deutschland.
Was
mag nun das Gegenteil von "Forschungsuniversität" sein?
Lehranstalt? Nennen wir es Schule. Hier hingegen geht es zu wie
in München. Aber schon schießt wieder ein "als" ins Feld:
"als reformorientierte Campusuniversität". Klingt
eher norddeutsch, oder? Relevanzfrage,
Mitbestimmung, Studentengenörgel, Sekretärsrechte! Und doch, unsere Universität "vereint" "in
einzigartiger Weise die gesamte Spannbreite der großen
Wissenschaftsbereiche an einem Ort." Was nun die Spannbreite von
Bereichen sein solle? Mysterium
tremendum.
Aber so viel scheint klar: Die kleinen bleiben draußen. Das ist aber
nicht so schlimm, denn an der FUT tobt "das dynamische
Miteinander von Fächern" nicht nur, sondern gar von
"Fächerkulturen". Das Ganze bewegt sich. Es lebt. Es gab
da mal eine Reklame für Joghurt. Aus der Tiefe des Kühlregals kam eine Stimme. Bakterienkulturen.
So ein dynamisches Miteinander ist vermutlich nett. Nur kann es nichts mit Wissenschaft zu tun haben. Die ist nicht dynamisch.