sabato 22 luglio 2017

Grünstreifen

In Siemensstadt geht es zuerst durch Mehrfamilienhäuser, modern kleingeschnitten und geschachtelt. Dann kommt ein grüner Streifen, fast ein richtiger Park. Dahinter tragen die Straßen Namen wie Heidewinkel. Die Häuschen für Familien von Führungskräften sind von Gärtchen umgeben. 

Dasselbe Bild in Nürnberg-Langwasser. Häuschen hier, dann Grünstreifen, Wohnungen da. Kinder und Hundebestzer treffen sich vielleicht in der Mitte.

In Frankfurt geht das multikulturelle Getöse und Gewimmel der Armen bis zum neuen Symbol der Mainstadt, was, man stelle sich vor: Trump ließe nen Riesendollar vor der Freedom Wall oder irgendwo da in Washington aufstellen: wäre seltsam, nicht? ein wenig goetheungemäß ist. Nicht das aber ist es, was trennt, und auch nicht der Kiosk mit Bankmagazinen, sondern der schmale Grünstreifen drumrum. Hinter dem Grün beginnt die schönere Welt.

Manchmal auch unsichtbar durchziehen Trennungslinien die Städte. Von den armen Leuten zu den schönen sind es dann nur hundert Meter, gerade mal am Bahnhof, vorbei, wie in Hamburg. Kein Schnorrer verirrt sich auf die bessre Seite, scheints.