sabato 24 giugno 2017

Anthropologische Änderungen

Wenn einer zufällig wirklich längere Zeit, sagen wir, auch nicht jünger wird, dann erlebt er hin und wieder etwas, was er Schlüssel- oder besser Wundermomente nennen möchte, wenn das gestattet ist. 

Genau könnte er sich dann nämlich an den Tag erinnern, als er das erste Mal so einen neuen jungen Menschen auf dem Handy mit einem flinken Daumen das hat schreiben sehen, was er selbst etwas später als SMS kennen lernen würde. 

Angesichts dieses hypermobilen neuen Daumens wäre er verblüfft gewesen, und hätte sich als Fremder gefühlt, was ja auch hin und wieder erstrebenswürdig sein könnte, wo ja nicht jeder gern irgendwo zu Hause ist. Das hat bekanntlich doch auch so seine Enge.

Nun gibt es seit einiger Zeit diese flachen alleseröffnenden Apparate namens iphone, mit einem deutungseinladenden I davor. Jetzt steht einer da vor so einem sechs- oder siebenjährigen, ich sag mal: Lümmel, und sieht wiederum staunend zu, wie dieser mit solch einem pflegebedürftigen und an Tritten sofort wegsterbenden Hochpreisgerät nicht nur hantiert, sondern auch spazieren geht oder den U-Bahn-Ausgang versperrt. 

Hätte unsereins mit sechs der sieben so etwas in die Hände bekommen, wäre es nach ein oder höchstens zwei Stunden zu Boden gefallen, wäre zerschlagen oder ertreten, oder aber, wie etwa die zarten Porzellanfigürchen meines Nazi-Großvaters, irgendwo ganz weit weg verstaut worden.

Nicht so bei denen von heute. Der neuste Mensch ist behutsam, wenn was was kostet, und trägt es schonend durch ein Alltagsleben, welches nun seinerseits etwas von dieser Behutsamkeit oder solchem Vorsichtigtun an sich haben muss. Wie sie miteinander umgehen mögen, diese neuesten?