Auch Journalisten verlieben sich manchmal, was ja wiederum, wenigstens von weitem, rosig anzusehen wäre, wenn es sich hier um so eine menschliche Angelegenheit handelte wie, nur mal angenommen, zwischen dir und mir.
Journalistenherzen schlagen anders, es raschelt da wohl, und der Gefühlsausbruch, wenn von so etwas hier die Rede sein könnte, findet auf Papier statt oder Online.
In den siebziger Jahren liebten diese Schreibmenschen alle Jane Fonda, denn die war sehr intelligent oder recht eigentlich hochbegabt, wie das in Deutschland dann schon genannt wurde. In Italien ist superdotato was anderes.
Heute lieben die von der Zeit und die von der FAZ Sahra (?) Wagenknecht, und sie schreiben vor Liebesblindheit dasselbe, nämlich, sie habe nach dem Abitur nicht einfach nur gelesen, was ich ja prima finde, sondern dies auch nach Zeitplan getan: Fünf Stunden Hegel, zwei Stunden Kant, Descartes, dann Belletristisches. Nun schreiben beide Journalisten das so und keiner kommt auf die Idee, mal nachzufragen, was denn von Hegel? Hätte sie dann gesagt: die Ästhetik, dann hätten wir die fünf Stunden verstanden: das ist eh von Hotho. Sie hätte aber auch frech antworten können: die Logik. Und dann hätte sich unsereiner doch gewundert oder verängstigt irgendwo niedergekauert.
Aber verliebte Journalisten fragen nicht viel, die schreiben nur und gucken so aus kleinen träumerischen Äuglein.