Ältere Politikwissenschaftler greifen jüngere an. Sie seien zu spezialisiert. Nicht sichtbar. Zu langweilig.
So ein Vorwurf ist gemein. Erst suchen sie die Streber aus und dann meckern sie an denen herum. Sie seien Streber.
Diese jungen Forscher wehren sich und verteidigen geregelte Methoden und nachvollziehbares Arbeiten.
Dann erklären sie etwas, was sie die "Hilfskrücke peer review" nennen.
Eine Krücke zur anderen: "Du Hilfskrücke!" Die weint dann.
Sie gebrauchen Sprache, diese Streber. Da ist es wahrscheinlich besser, dass sie das meistens mit dem Englischen tun.
mercoledì 17 maggio 2017
martedì 9 maggio 2017
In Büros des Landes hier macht man sich Sorgen
um mich und schreibt mir etwa, ich sei nun auch nicht mehr der Jüngste und man denke in der letzten Zeit über meinen Darmausgang nach.
Ich möge bitte, nach gründlichem Trocknen der inneren Kloschüsselplattform, mein Geschäftchen erledigen und das Gegebene oder Gefallene, heraus- und vorgenommen, einmal richtig betrachten, wie sie das nämlich tun würden, wenn sie dabei wären. Es sei, wie ich vielleicht bis dahin ignoriert hätte, von Büros wegen in Segmente aufgeteilt.
In Segment drei meines Auswurfs oder -stoßes, keineswegs in zwei oder vier, was gänzlich verfehlt sein könne, solle ich bitte eine Probe entnehmen, dieselbe dann in einem grauen Briefumschlag ("Biologische Stoffe, Katgorie B", ein C wäre da kaum auszudenken) stecken und, ohne mir Gedanken über das Denken des Postsammlers zu machen, einsenden.
Es sei für mein Bestes, schreiben die vom Büro für Lebensfreude oder Zukunftslust von Staatsbürgern oder was es sein mag da.
Ich möge bitte, nach gründlichem Trocknen der inneren Kloschüsselplattform, mein Geschäftchen erledigen und das Gegebene oder Gefallene, heraus- und vorgenommen, einmal richtig betrachten, wie sie das nämlich tun würden, wenn sie dabei wären. Es sei, wie ich vielleicht bis dahin ignoriert hätte, von Büros wegen in Segmente aufgeteilt.
Es sei für mein Bestes, schreiben die vom Büro für Lebensfreude oder Zukunftslust von Staatsbürgern oder was es sein mag da.
venerdì 5 maggio 2017
Europäischer Ekel
Der Herr Greenblatt, von Beruf Ethnologe, hatte bekanntlich Schauerliches aus fernen Ländern zu berichten. Da habe so ein Forscher, schreibt er, damit zu rechnen, mitunter seine Ekelschwellen ein wenig höher setzen zu müssen, weil die auf irgendeiner fernen Insel Dinge trinken, die er eher ablassen und vergessen würde, wenn es nach ihm ginge.
Auf solche exotikverbundenen Anforderungen braucht sich aber gar nicht einzulassen, wer nur in aller Stille einen rechten Ekel erfahren möchte. Es genügt, über die deutsche Grenze zu fahren und irgendwann zwischen September und Juni vor einem niederländischen Kurspublikum zu sitzen.
Angekündigt könnte der Eindruck schon durch einzelne Studenten sein, welche mit Schnupfen oder einer Snotneuse, wie manche hier auch sagen, in deinem Büro sitzen und kein Taschentuch dabei haben. Bietest du ihnen eins an, lautet die Antwort dann etwa "Danke, das läuft so!" Als Kindern bringt man denen offenbar bei, dass Naseputzen in der Öffentlichkeit unschicklich sei, jedenfalls unschicklicher als Hochziehen.
Der Kurs oder was mit fünfundzwanzig verschnupften Studenten wird da leicht zu einem kleinen Konzert.
Auf solche exotikverbundenen Anforderungen braucht sich aber gar nicht einzulassen, wer nur in aller Stille einen rechten Ekel erfahren möchte. Es genügt, über die deutsche Grenze zu fahren und irgendwann zwischen September und Juni vor einem niederländischen Kurspublikum zu sitzen.
Angekündigt könnte der Eindruck schon durch einzelne Studenten sein, welche mit Schnupfen oder einer Snotneuse, wie manche hier auch sagen, in deinem Büro sitzen und kein Taschentuch dabei haben. Bietest du ihnen eins an, lautet die Antwort dann etwa "Danke, das läuft so!" Als Kindern bringt man denen offenbar bei, dass Naseputzen in der Öffentlichkeit unschicklich sei, jedenfalls unschicklicher als Hochziehen.
Der Kurs oder was mit fünfundzwanzig verschnupften Studenten wird da leicht zu einem kleinen Konzert.
Rätselhafte Wörter
Wörter sind mitunter schaukelhaft und verwirrend, woran man dann auch ein ganzes Leben lang seine Freude haben kann, wie an Ostwestfalen, wo man Ost oder West verschiedentlich bindet oder auflöst. Darüber hat schon ein alter Schulfeind von mir, naturgemäß unter Nennung der Gedanken anderer, alles entscheidende gesagt.
Vor anderen Wörtern steht einer mit offenem Mund davor und weiß gar nicht. Bei Leitkultur geht es mir so. Leiten ist ein Verb und bedeutet so viel wie führen. Der Direktor einer Einrichtung heißt dann aus historischen Gründen unter beiden Möglichkeiten nur Leiter. Leitkultur immerhin wäre also auch Führkultur. Aber was heißt das?
Kultur für Führer? Leit- nicht Leiter- haben wir da. Also das ist es nicht.
Ich führe eine Abteilung oder einen Blinden. Sie werden tun, was ich sage, und zwar zu ihrem Besten. Sie werden dahin gehen, wo ich sage. So meinen die Grimms zum Verb leiten:
immer tritt bei ihm das bestimmen einer richtung und eines zieles für einen weg hervor.
Die Leitkultur hätte also vielleicht zu bestimmen, wo Kultur lang- und hingehe. Das tut Kultur nun nicht, sie geht eher selten im Raum umher. Leitkultur also gäbe den Leuten Richtung und Ziel.
Kultur, könnte einer hier meckern, gebe überhaupt keine Richtung und kein Ziel an. Sie ist ja kein Punkt oder Ort, auch bildlich gesehen eher nicht. Metaphorisch wäre sie doch eher etwas, was uns umgibt oder, wenn es sein soll, womöglich durchdringt und auch mal schüttelt.
Kurz, sie steht nicht irgendwo da wie ein Turm oder eine Keksdose und gäbe eine Richtung an. Als solch ein dastehendes Ding könnte sie allenfalls solchen erscheinen, welche sich in Kulturräten, -Kommissionen und Ministerien mit Kultur als etwas beschäftigen, was da draußen irgendwo herumliegt und darauf wartet, dass sich ein Beamter darum kümmere.
Auf solche leitkulturellen Gedanken kommt also nur, wer so etwas wir Kultur nur aus der Ferne kennt. Aus seinem Büro.
Vor anderen Wörtern steht einer mit offenem Mund davor und weiß gar nicht. Bei Leitkultur geht es mir so. Leiten ist ein Verb und bedeutet so viel wie führen. Der Direktor einer Einrichtung heißt dann aus historischen Gründen unter beiden Möglichkeiten nur Leiter. Leitkultur immerhin wäre also auch Führkultur. Aber was heißt das?
Kultur für Führer? Leit- nicht Leiter- haben wir da. Also das ist es nicht.
Ich führe eine Abteilung oder einen Blinden. Sie werden tun, was ich sage, und zwar zu ihrem Besten. Sie werden dahin gehen, wo ich sage. So meinen die Grimms zum Verb leiten:
immer tritt bei ihm das bestimmen einer richtung und eines zieles für einen weg hervor.
Die Leitkultur hätte also vielleicht zu bestimmen, wo Kultur lang- und hingehe. Das tut Kultur nun nicht, sie geht eher selten im Raum umher. Leitkultur also gäbe den Leuten Richtung und Ziel.
Kultur, könnte einer hier meckern, gebe überhaupt keine Richtung und kein Ziel an. Sie ist ja kein Punkt oder Ort, auch bildlich gesehen eher nicht. Metaphorisch wäre sie doch eher etwas, was uns umgibt oder, wenn es sein soll, womöglich durchdringt und auch mal schüttelt.
Kurz, sie steht nicht irgendwo da wie ein Turm oder eine Keksdose und gäbe eine Richtung an. Als solch ein dastehendes Ding könnte sie allenfalls solchen erscheinen, welche sich in Kulturräten, -Kommissionen und Ministerien mit Kultur als etwas beschäftigen, was da draußen irgendwo herumliegt und darauf wartet, dass sich ein Beamter darum kümmere.
Auf solche leitkulturellen Gedanken kommt also nur, wer so etwas wir Kultur nur aus der Ferne kennt. Aus seinem Büro.
Es gibt neue Beiträge ...
Diese Tageszeitungsgegenwart auf dem Computer bringt es mit sich, dass da alle paar Minuten so eine Mahnfrage kommt. "Es gibt was Neues. Möchten Sie das nicht sehen?"
Man könne allerdings auch, so ein weiterer Vorschlag dieser unermüdlichen Neuheitenerzeuger, die Tageszeitungsseite zur Heimatseite machen. Dann wäre man jederzeit on Top oder so.
Es sei hier ein dritter Vorschlag erlaubt. Etwas wie ein ewiger Kalender oder wenigstens ein Almanach, Schmöcklegende will ja, dass die Leute derlei nur aus Mangel an richtigen Neuheiten gelesen hätten, könnte bei jedem Aufreißen der Seite, oder eben bei jedem Webzugang, etwas zum Nachdenken oder zum Freuen hinstellen. Frate Indovino bietet da etwas an, aber nicht fürs Web. Das würde besser gegen die Langeweile helfen als Nachrichten über Dinge wie Trump oder Klums oder Ukip oder was.
Das Denken und Freuen würde, so mein Vorschlag, nur in besonderen Fällen unterbrochen werden durch Nachrichten wie "Es fällt gerade eine riesige Bombe auf Ihre Stadt. Bringen Sie Ihre Gedanken in Ordnung!"
Man könne allerdings auch, so ein weiterer Vorschlag dieser unermüdlichen Neuheitenerzeuger, die Tageszeitungsseite zur Heimatseite machen. Dann wäre man jederzeit on Top oder so.
Es sei hier ein dritter Vorschlag erlaubt. Etwas wie ein ewiger Kalender oder wenigstens ein Almanach, Schmöcklegende will ja, dass die Leute derlei nur aus Mangel an richtigen Neuheiten gelesen hätten, könnte bei jedem Aufreißen der Seite, oder eben bei jedem Webzugang, etwas zum Nachdenken oder zum Freuen hinstellen. Frate Indovino bietet da etwas an, aber nicht fürs Web. Das würde besser gegen die Langeweile helfen als Nachrichten über Dinge wie Trump oder Klums oder Ukip oder was.
Das Denken und Freuen würde, so mein Vorschlag, nur in besonderen Fällen unterbrochen werden durch Nachrichten wie "Es fällt gerade eine riesige Bombe auf Ihre Stadt. Bringen Sie Ihre Gedanken in Ordnung!"
Klos
Dieser Herr Zizek, aber das schreibt man nicht so, ist allerdings ein rasender Quatschkopf. Das mit den Klos hat er immerhin, nach Erica Jong, auch gesehen. In Deutschland und den Niederlanden haben wir da diese Plattformen, wo wir uns betrachten können. Anderswo kennt man diese Bespiegelungsmöglichkeit nicht. Da fällt es unter Umständen einfach in ein Loch und ist weg, ohne dass einer Abschied nehmen könnte. Die einen sind eben reflexiver, die anderen, im Süden und so, sind es weniger.
Das führt naturgemäß zu Kulturschocks. In unserem damals neu gemieteten Einfamilienhäuschen gab es nämlich plötzlich beides, das altdeutsche Klo mit Aufsichtsplattform, es war, glaube ich, ein Modell San Remo, und eine Gästetoilette mit, wie das genannt wurde, Euro-Abgang. Was ein Gast war, der hatte eben gewisse Rechte und Möglichkeiten nicht. Kuchenessen ja, Herumstinken nein.
Vielleicht war das aber nur der Anfang und als nächstes verschwindet auch das gute altbackene Klo der Familie zugunsten so einer plitschenden platschenden Euroeinrichtung. Wie das so geht in Europa.
Das führt naturgemäß zu Kulturschocks. In unserem damals neu gemieteten Einfamilienhäuschen gab es nämlich plötzlich beides, das altdeutsche Klo mit Aufsichtsplattform, es war, glaube ich, ein Modell San Remo, und eine Gästetoilette mit, wie das genannt wurde, Euro-Abgang. Was ein Gast war, der hatte eben gewisse Rechte und Möglichkeiten nicht. Kuchenessen ja, Herumstinken nein.
Vielleicht war das aber nur der Anfang und als nächstes verschwindet auch das gute altbackene Klo der Familie zugunsten so einer plitschenden platschenden Euroeinrichtung. Wie das so geht in Europa.
Die Welt
ist voller Dinge, da reißt einer die Augen auf: er könnte ja stolpern, weil er dies oder das nicht erwartet hätte. Es gebe also, steht da in der Zeitung, Kultur-Experten nicht nur, und das mag ja nett sein, denn wenn es die nicht gäbe, könnte dies Kulturelle eben, wenn so was da ist, eh man sichs versieht, doch einfach vertrocknen, verschwinden oder vom Nordwind verpustet werden, sondern auch einen deutschen Kulturrat, vermutlich auch Kulturkommissionen und Kulturminister. Das ist wie bei Gärten, möchte mir scheinen. Gärtner, Gartenrat, Gartenminister.
Bei so viel Drum und Dran, steht ja zu hoffen, wird es das Ding selbst wohl auch geben. Aber kommt es alleine vor? Zur Zeit geht da eine Leitkultur um. Was die wohl leitet? Die Kultur? Also die andere? dieselbe? Wen?
Ich selbst warte zur Zeit auf das Auftreten der Exzellenzkultur. Deren Fehlen dürfte sich bald schmerzhaft bemerkbar machen.
Bei so viel Drum und Dran, steht ja zu hoffen, wird es das Ding selbst wohl auch geben. Aber kommt es alleine vor? Zur Zeit geht da eine Leitkultur um. Was die wohl leitet? Die Kultur? Also die andere? dieselbe? Wen?
Ich selbst warte zur Zeit auf das Auftreten der Exzellenzkultur. Deren Fehlen dürfte sich bald schmerzhaft bemerkbar machen.
giovedì 4 maggio 2017
Der Chef macht sich Sorgen, oh!
Da schreibt der Rektor: This week I was
approached by several students who were worried by a blog about feminism
published last week by one of their fellow students on his personal
website. Und als guter Rektor schickt er die Denunzianten zum
Teufel?
Wo es gegen Feminismus
geht? Da muss er erstmal nachschauen! I read the blog and it
articulates a problematic and sexist take on feminism and femininity. Wir
schütteln uns. Was Verbotenes scheint der junge Mann da zwar eigentlich nicht
geschrieben zu haben. Aber doch so etwas wie "Frauen könn´ nicht
kochen!" oder "Tussis nerven beim Biertrinken!" oder "Ick
schau nur uff die Titten!"
Gott sei Dank sind die
anderen Studenten da offenbar immun. From left to right, across lines
of gender diversity, many UCR students have condemned the blog and have reached
out to friends who feel threatened by this expression of sexist beliefs from
within our own community. Na da wischen wir uns den Angstschweiß von
der Stirn, dass es tropft. Bedrohlich wie das war.
Vielleicht gibt es gar
keine Generation Snowflake, sondern nur eine Snowflake
World. Da bleibt man besser weg denn die ist klein und verdammt eng.
Wolfgang Max Faust
Viele an- und fortregende Lehrer hat man ja im Laufe so eines Menschenlebens nicht. Es ist bekanntlich auch ein bisschen kurz, vor allem die Studienzeit.
Da gab es diese Lesung von Helga M. Novak, die eigens aus Island eingeflogen worden war, und im Vorraum schrieen Bärtige etwas von Sibirien. Wilde Zeiten, das.
Wolfgang Max Faust stand im vollen Saal auf und fragte, ob die anwesenden Dichterinnen denn nicht Roland Barthes gelesen hätten. Was denn dieses unbedarfte Ich-Erzählen dieser zuvor drauflos politischen Menschen da zu bedeuten habe. Barthes?
Den Namen hatte ich nie gehört. Der kam in Germanistik nicht vor und in der Philosophie auch nicht.
Im Seminar trat Faust mit weißen Blättern auf. Nur in der Mitte stand ein Gedicht. Schläft ein Lied in allen Dingen ... "Also?"
Als vielerträumender Jungmarxianer oder was ich da war, begann ich unverzüglich über das Utopische im Gedicht zu sprechen. Faust sah mich an: "Davon steht aber nichts da." Wir sollten einfach das betrachten, was wir vor Augen hatten. Das untersuchen.
Das war, wie ich sagen möchte, luft- und kopfbereinigend. Gewissermaßen hilfreich wie seine Hinweise es waren. Niemand als er hätte mich vom Märchen im Woyzeck, an dem ich gerade arbeitete, stracks auf Die Rede des toten Christus verwiesen.
Wenn ich mich nicht irre, hat unser damaliger Großprofessor mehrmals versucht, diesen schwulen Vogel hinauszuwerfen. Das war vermutlich alles zu wenig leineneinbandsmäßig und verstaubungsrufend.
Faust ist dann sehr krank geworden und war bald ganz weg.
Da gab es diese Lesung von Helga M. Novak, die eigens aus Island eingeflogen worden war, und im Vorraum schrieen Bärtige etwas von Sibirien. Wilde Zeiten, das.
Wolfgang Max Faust stand im vollen Saal auf und fragte, ob die anwesenden Dichterinnen denn nicht Roland Barthes gelesen hätten. Was denn dieses unbedarfte Ich-Erzählen dieser zuvor drauflos politischen Menschen da zu bedeuten habe. Barthes?
Den Namen hatte ich nie gehört. Der kam in Germanistik nicht vor und in der Philosophie auch nicht.
Im Seminar trat Faust mit weißen Blättern auf. Nur in der Mitte stand ein Gedicht. Schläft ein Lied in allen Dingen ... "Also?"
Als vielerträumender Jungmarxianer oder was ich da war, begann ich unverzüglich über das Utopische im Gedicht zu sprechen. Faust sah mich an: "Davon steht aber nichts da." Wir sollten einfach das betrachten, was wir vor Augen hatten. Das untersuchen.
Das war, wie ich sagen möchte, luft- und kopfbereinigend. Gewissermaßen hilfreich wie seine Hinweise es waren. Niemand als er hätte mich vom Märchen im Woyzeck, an dem ich gerade arbeitete, stracks auf Die Rede des toten Christus verwiesen.
Wenn ich mich nicht irre, hat unser damaliger Großprofessor mehrmals versucht, diesen schwulen Vogel hinauszuwerfen. Das war vermutlich alles zu wenig leineneinbandsmäßig und verstaubungsrufend.
Faust ist dann sehr krank geworden und war bald ganz weg.
mercoledì 3 maggio 2017
Feinheit
An der Universität Utrecht gibt es diesen Sommer einen Kurs. Excellent Learning through Teaching Excellence. Vom 11. bis zum 14. Juli. Ich selbst habe leider keine Zeit, aber feinsinnige Menschen werden so einen Kurs sicher sehr anziehend finden. So sternengleich blinkelt das in der dunklen Nacht des Weltraums, dass einem ganz striving wird davon. Jemand aus Harvard ist auch dabei.
Liberal programmieren
Wir hatten da gerade Osterferien und an der Uni gab es diesen Kurs. Also, um es kurz zu machen oder schnell zu gestehen, war die erste Programmiersprache, die ich gelernt habe, ALGOL W. Der Kurs dauerte drei Wochen und, ein bisschen Übungszeit angehängt, konnte einer das dann und lernte Ruckzuck auch Simula und schreckliche Dinge wie FORTRAN oder gar BASIC. Genau, bis heute sind mir Leute, welche i = i+1 schreiben, zutiefst zuwider. Das muss i := i +1 heißen. Kann nichts dafür, ist mein Imprinting.
Da ich mich nicht gern auf dem Laufenden halte, denn so schreibt man das heute ja, habe ich als letzte Sprache Turbo Pascal angewendet. Das klingt nun schon nach Opel Manta und meiner Qualifizierung als Museumsstück steht jetzt wohl nichts mehr im Wege. Ja, wir haben noch Lochkarten benutzt.
Heutige Kinder können hingegen auf die Zukunft der FDP vertrauen, denn die sind so liberal, dass sie jetzt alle ans Netz hängen und ihnen in der Grundschule Programmieren beibringen wollen. Konservativere würden ja eher meinen, man solle in der Schule lernen, was man später nicht mehr lernen wird, zum Beispiel, sagt Vittorio Alfieri, Griechisch, also das alte, und nicht Dinge, welche sich mit einem Abend- oder Monatskurs erobern oder erstürmen lassen.
Gar keine Partei kommt offenbar in Deutschland auf den Gedanken, man könne ja einmal die ministerielle Genehmigungspflicht für Schulbücher, und damit das gesamte schauerliche Umma umma zwischen Verlagen und Staat, einfach, nun ja: abschaffen.
Das könnte vermutlich Arbeitsplätze gefährden und Lehrer und Schüler könnten außerdem ganz durcheinander kommen, wenn da nicht alles mit mindestens fünfzehn Jahren Verspätung in die Schule drängte oder schliche oder das eine oder das ander einmal so und dann wieder so getan würde.
Da ich mich nicht gern auf dem Laufenden halte, denn so schreibt man das heute ja, habe ich als letzte Sprache Turbo Pascal angewendet. Das klingt nun schon nach Opel Manta und meiner Qualifizierung als Museumsstück steht jetzt wohl nichts mehr im Wege. Ja, wir haben noch Lochkarten benutzt.
Heutige Kinder können hingegen auf die Zukunft der FDP vertrauen, denn die sind so liberal, dass sie jetzt alle ans Netz hängen und ihnen in der Grundschule Programmieren beibringen wollen. Konservativere würden ja eher meinen, man solle in der Schule lernen, was man später nicht mehr lernen wird, zum Beispiel, sagt Vittorio Alfieri, Griechisch, also das alte, und nicht Dinge, welche sich mit einem Abend- oder Monatskurs erobern oder erstürmen lassen.
Gar keine Partei kommt offenbar in Deutschland auf den Gedanken, man könne ja einmal die ministerielle Genehmigungspflicht für Schulbücher, und damit das gesamte schauerliche Umma umma zwischen Verlagen und Staat, einfach, nun ja: abschaffen.
Das könnte vermutlich Arbeitsplätze gefährden und Lehrer und Schüler könnten außerdem ganz durcheinander kommen, wenn da nicht alles mit mindestens fünfzehn Jahren Verspätung in die Schule drängte oder schliche oder das eine oder das ander einmal so und dann wieder so getan würde.
Fliegen
Du fliegst also. Einige Studenten, denn die gewöhnen sich ja an alles, mucksen auf oder beschweren sich. Warum, fragen sie den Rektor, haben Sie unseren Lehrer gefeuert? Der Rektor, gelernter Philosoph, antwortet mir: "You are not being fired. Your temporary contract has come to an end and we have decided not to renew it".
Haarspaltenslustigkeit ist vermutlich etwas Akademisches und in dieser Hinsicht Philosophisches. Zugleich auch, unter Umständen, etwas rührend Erschütterndes, also vergleichbar mit dem wohligen Schmerz, so Richtung Klopstock.
Haarspaltenslustigkeit ist vermutlich etwas Akademisches und in dieser Hinsicht Philosophisches. Zugleich auch, unter Umständen, etwas rührend Erschütterndes, also vergleichbar mit dem wohligen Schmerz, so Richtung Klopstock.
martedì 2 maggio 2017
Hochbegabt
Psychologen denken sich offenbar, wenn die Arbeit knapp wird, immer gern mal eine neue Geistesschwierigkeit oder -behinderung aus. Zu meiner Studienzeit war das die Hochbegabung. Da fand ich dann, als mir zufällig über mich Geschriebenes in die Hände fiel, also meine Akte beim Akademischen Auslandsamt, am Rande ein handgeschriebenes "Typisch hochbegabt!"
Ich hatte nämlich da wahrheitsgetreust erklärt, dass ich den Sportunterricht in der Schule gehasst hätte.
So geht das mit den Anzeichen oder, wie man ja in diesen Fällen sagt, Symptomen.
Ich hatte nämlich da wahrheitsgetreust erklärt, dass ich den Sportunterricht in der Schule gehasst hätte.
So geht das mit den Anzeichen oder, wie man ja in diesen Fällen sagt, Symptomen.
Ins Kissen lächeln, alles wissen
"Wir lesen auch nicht mehr die Tagespost" (Emmy Hennings)
Jahrelang habe ich gar keine Zeitung gelesen. Entweder ich war im Ausland, da war mit einem Mal alles gleich weit weg, oder ich hatte anderes zu tun, also etwas Richtiges zu lesen.
In der Schule hatten Lehrer auf täglicher Zeitungslektüre bestanden. Es scheint da einen Zusammenhang zu geben, zwischen Schulen und Zeitungen. Sie haben beide so etwas Bindendes, Verbindendes, weil einer, wenn er dahin geht oder darin liest, auf einmal mit vielen anderen vieles gemeinsam hat. Obwohl es ja schwierig wäre, zu sagen, was das denn wäre, dieses Gemeinsame. Je eine Welt, oder ein und dieselbe? eine große, runde, schwere Welt vielleicht.
Wenn da einer nicht hinginge oder nicht reinläse, wäre er sozusagen ganz allein, so wie ein Kind mit seinen Legosteinen.
Auch dafür, wenn eins da spielt und nicht geht und nicht liest, haben Psychologen ja einen Namen, als für etwas Krankes.
Jahrelang habe ich gar keine Zeitung gelesen. Entweder ich war im Ausland, da war mit einem Mal alles gleich weit weg, oder ich hatte anderes zu tun, also etwas Richtiges zu lesen.
In der Schule hatten Lehrer auf täglicher Zeitungslektüre bestanden. Es scheint da einen Zusammenhang zu geben, zwischen Schulen und Zeitungen. Sie haben beide so etwas Bindendes, Verbindendes, weil einer, wenn er dahin geht oder darin liest, auf einmal mit vielen anderen vieles gemeinsam hat. Obwohl es ja schwierig wäre, zu sagen, was das denn wäre, dieses Gemeinsame. Je eine Welt, oder ein und dieselbe? eine große, runde, schwere Welt vielleicht.
Wenn da einer nicht hinginge oder nicht reinläse, wäre er sozusagen ganz allein, so wie ein Kind mit seinen Legosteinen.
Auch dafür, wenn eins da spielt und nicht geht und nicht liest, haben Psychologen ja einen Namen, als für etwas Krankes.
Iscriviti a:
Commenti (Atom)
