mercoledì 3 maggio 2017

Feinheit

An der Universität Utrecht gibt es diesen Sommer einen Kurs. Excellent Learning through Teaching Excellence. Vom 11. bis zum 14. Juli. Ich selbst habe leider keine Zeit, aber feinsinnige Menschen werden so einen Kurs sicher sehr anziehend finden. So sternengleich blinkelt das in der dunklen Nacht des Weltraums, dass einem ganz striving wird davon. Jemand aus Harvard ist auch dabei.

Liberal programmieren

Wir hatten da gerade Osterferien und an der Uni gab es diesen Kurs. Also, um es kurz zu machen oder schnell zu gestehen, war die erste Programmiersprache, die ich gelernt habe, ALGOL W. Der Kurs dauerte drei Wochen und, ein bisschen Übungszeit angehängt, konnte einer das dann und lernte Ruckzuck auch Simula und schreckliche Dinge wie FORTRAN oder gar BASIC. Genau, bis heute sind mir Leute, welche i = i+1 schreiben, zutiefst zuwider. Das muss i := i +1 heißen. Kann nichts dafür, ist mein Imprinting. 

Da ich mich nicht gern auf dem Laufenden halte, denn so schreibt man das heute ja, habe ich als letzte Sprache Turbo Pascal angewendet. Das klingt nun schon nach Opel Manta und meiner Qualifizierung als Museumsstück steht jetzt wohl nichts mehr im Wege. Ja, wir haben noch Lochkarten benutzt. 

Heutige Kinder können hingegen auf die Zukunft der FDP vertrauen, denn die sind so liberal, dass sie jetzt alle ans Netz hängen und ihnen in der Grundschule Programmieren beibringen wollen. Konservativere würden ja eher meinen, man solle in der Schule lernen, was man später nicht mehr lernen wird, zum Beispiel, sagt Vittorio Alfieri, Griechisch, also das alte, und nicht Dinge, welche sich mit einem Abend- oder Monatskurs erobern oder erstürmen lassen. 

Gar keine Partei kommt offenbar in Deutschland auf den Gedanken, man könne ja einmal die ministerielle Genehmigungspflicht für Schulbücher, und damit das gesamte schauerliche Umma umma zwischen Verlagen und Staat, einfach, nun ja: abschaffen. 

Das könnte vermutlich Arbeitsplätze gefährden und Lehrer und Schüler könnten außerdem ganz durcheinander kommen, wenn da nicht alles mit mindestens fünfzehn Jahren Verspätung in die Schule drängte oder schliche oder das eine oder das ander einmal so und dann wieder so getan würde.




Fliegen

Du fliegst also. Einige Studenten, denn die gewöhnen sich ja an alles, mucksen auf oder beschweren sich. Warum, fragen sie den Rektor, haben Sie unseren Lehrer gefeuert? Der Rektor, gelernter Philosoph, antwortet mir: "You are not being fired. Your temporary contract has come to an end and we have decided not to renew it". 

Haarspaltenslustigkeit ist vermutlich etwas Akademisches und in dieser Hinsicht Philosophisches. Zugleich auch, unter Umständen, etwas rührend Erschütterndes, also vergleichbar mit dem wohligen Schmerz, so Richtung Klopstock.